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StartseiteSport AktuellHörmann will Landrat im Oberallgäu werden02.08.2019

DOSB-Präsident Hörmann will Landrat im Oberallgäu werden

DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist Kandidat der CSU für das Amt des Landrates im Oberallgäu. Damit schlägt Hörmann beruflich einen neuen Weg ein: eine kommunalpolitische Karriere. Das Ehrenamt im deutschen Sport will er aber weiterführen. Interessenkonflikte sind damit aber unvermeidlich.

Von Bianka Schreiber-Rietig

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28.01.2019 xkhx Frankfurt am Main, Römer Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Neujahrsempfang 2019 Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes *** 28 01 2019 xkhx Frankfurt am Main Römer German Olympic Sports Confederation DOSB New Years Reception 2019 Alfons Hörmann President of the German Olympic Sports Confederation  (imago sportfotodienst)
DOSB-Präsident Alfons Hörmann (imago sportfotodienst)
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DOSB Hörmann bleibt trotz Gegenkandidat Präsident

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, ist Kandidat für das Amt des Landrats im südwestbayerischen Kreis Oberallgäu. Mit 132 von 132 Delegiertenstimmen nominierte ihn die CSU am Donnerstag, wie Bundeswahlkreisgeschäftsführer Tobias Paintner am Freitag mitteilte. Konkurrenten hatte Hörmann nicht.

Die Wähler entscheiden bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 über die Neubesetzung des Landratspostens. Dann treten allerdings auch KandidatInnen aus anderen Parteien gegen den DOSB-Chef an.

Alfons Hörmann (l), Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Ex-Bundesinnenminister, Thomas de Maiziere (dpa / Daniel Karmann)Suchte schon immer die Nähe der Politik: Alfons Hörmann (l), Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Ex-Bundesinnenminister, Thomas de Maiziere (dpa / Daniel Karmann)

Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Sportfunktionär ist Hörmann Vorstandsvorsitzender der Schöck AG, eines in Baden-Baden ansässigen Bauteileherstellers. Diesen Job muss der 58-Jährige im Falle seiner Wahl zum hauptamtlichen Landrat aufgeben. Den DOSB-Präsidentenposten will er eigenen Angaben zufolge behalten.

Hörmann war bis 2013 Präsident des Deutschen Skiverbandes. In Kempten geboren, in Sulzberg zu Hause, übernahm er 2013 als Nachfolger von Thomas Bach das  DOSB-Präsidentenamt. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er nach vielen internen Turbulenzen bis 2022 im Amt bestätigt.

Interessenkonflikte sind programmiert

Problematisch könnte für Hörmann die Notwendigkeit werden, Landrats- und Präsidentenamt unter einen Hut zu bringen. Das gilt nicht nur für die zeitliche Komponente, sondern vor allem auch für mögliche Interessenkonflikte. Im Oberallgäu, genauer in Oberstdorf, finden 2021 die Nordischen Skiweltmeisterschaften statt, deren Budget mit 40 Millionen Euro angegeben wird. Dass sie in seine Heimat vergeben wurde, sei vor allem Hörmanns Verdienst wird von Partei - und Sportfreunden immer wieder gesagt.

Als amtierender Landrat müsste Hörmann sich unvoreingenommen auch mit den Kritikern derartiger Großveranstaltungen auseinanderzusetzen. Darüber hinaus dürften in einer Gegend, die vor allem von Tourismus und Sport lebt, auch kleinere Interessenkonflikte drohen.

Gespannt sind nun Sport- und Politikvertreter, wie Alfons Hörmann seinen Landrats-Wahlkampf mit den Aufgaben als DOSB-Präsident im Vorfeld der Olympischen Spiele im Juli 2020 in Tokio hinbekommen wird.

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