
Vor den letzten beiden Wettkampftagen stand Deutschland bei zwölf Gold-, neun Silber- und acht Bronzemedaillen. In der Olympia-Nationenwertung wird Team D wohl wie angestrebt auf einem Platz unter den ersten Zehn landen. Die 37 Medaillen von den Spielen 2021 in Japan dürfte das Team dagegen nicht mehr erreichen. "Wir hatten viele vierte und fünfte Plätze. Das schmerzt, da haben wir die eine oder andere Medaille liegen gelassen", bilanzierte Tabor. Er räumte ein, man werde wieder etwas weniger Gesamtmedaillen gewinnen als in Tokio. "Insofern setzt sich unsere Negativserie fort."
DOSB-Präsident Weikert gratulierte den Gastgebern zu aus seiner Sicht überaus gelungenen Spielen. "Paris hat sein Versprechen gehalten. Die Begeisterung, die hier geherrscht hat: das ist großer Sport gewesen", sagte Weikert.
Mentalitätswechsel nötig
Um international wieder konkurrenzfähig zu werden, ist laut dem Vorsitzenden des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Ullrich, ein Mentalitätswandel nötig: "Ich habe das Gefühl, viele junge Menschen haben sich vom Leistungsprinzip verabschiedet, aber auch der organisierte Sport geht diesen Trend in Teilen mit", kritisierte Ullrich im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Zudem müsse die Sportförderung ähnlich wie in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden zentralisiert werden.
Der SPD-Politiker und Biathlon-Olympiasieger von 1980 betonte, es müssten wieder Prioritäten in der Spitzensportförderung gesetzt und vor allem klare und widerspruchsfreie Ziele formuliert werden. Ullrich bemängelte, der Deutsche Olympische Sportbund habe für die Olympischen Spiele nur "Minimalziele" gesetzt. Er persönlich hätte sich hier ein anderes Anspruchsdenken vom DOSB gewünscht. Angesichts der Stärke anderer Nationen reiche es nicht aus, nur dabei sein zu wollen.
Diese Nachricht wurde am 10.08.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.