Freitag, 07. Oktober 2022

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Europaspiele in Minsk - wie Politik den Sport missbraucht

Die Europaspiele finden ab dem 21. Juni zum zweiten Mal statt, diesmal in Weißrusslands Hauptstadt Minsk. Wie bei der ersten Auflage 2015 in Baku gibt es Kritik am Gastgeber. Weißrussland wird von Präsident Lukaschenko autokratisch geführt, die Meinungsfreiheit wird unterdrückt und die Todesstrafe vollstreckt. Hintergründe, Analysen und Interviews zum "europäischen Olympia".

20.06.2019

    Eine Medaille für die Europaspiele in Minsk 2019
    Eine Medaille für die Europaspiele in Minsk 2019 (Imago)
    Die Europaspiele in Minsk
    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko
    Die Spiele als politische Imagepolitur
    Sind sie die Europaspiele die große Chance zur Imagepflege für Weißrussland? Präsident Lukaschenko hat hohe Erwartungen. Menschenrechtler hingegen warnen vor noch mehr Repression in dem autoritär geführten Land.
    Weißrussland macht Werbung in Berlin
    Nach Aserbaidschan 2015 finden die Europaspiele auch 2019 in einem autoritär regierten Land statt - Weißrussland. Derzeit touren Veranstalter und Unterstützer durch Europa, um die Spiele vorzustellen, so auch in Berlin. Und die deutsche Wirtschaft frohlockt bereits.
    GRODNO REGION, BELARUS - MAY 21, 2019: A person dressed as Lesik the Baby Fox, the official mascot, outside the Mir Castle hosting a ceremony to unveil the medals ahead of the 2019 Europaspiele scheduled to start in Minsk on June 21. Natalia Fedosenko/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0AC171
    Zwischen den Stühlen
    In einer Woche beginnen die Europaspiele in Weißrussland. Nach Baku 2015 zum zweiten Mal in einem autoritär regierten Land. Die Veranstalter versuchen bei einer Werbetour durch Europa ein positives Bild von Belarus zu vermitteln. Obgleich eng mit Russland verbunden, ist man um Annäherung an den Westen bemüht.
    Interviews
    ITTF-Präsident Thomas Weikert
    Tischtennis-Chef Weikert: "Wir haben nichts von den European Games"
    Der Präsident des Tischtennis-Weltverbands (ITTF), Thomas Weikert, ist unglücklich über die European Games in Weißrussland. Terminlich bringe es das Tischtennis in Schwierigkeiten. Zudem habe seine Sportart von der Veranstaltung wenig.
    Der Sportschütze Christian Reitz
    Sportschütze Reitz: Gegen eine Vermischung von Sport und Politik
    Der Sportschütze Christian Reitz hält die Veranstaltung für eine "willkommene Generalprobe für Olympia". Die politische Situation im Gastgeberland versucht er nicht an sich herankommen zulassen.
    Deutsches Team für Baku 2015
    DOSB-Delegationsleiterin Schmitz: "Es gab keine Alternative"
    Etwa 150 Deutsche Sportler reisen zu den Europaspielen. Denn in Weißrussland geht es auch um die Qualifikation und wichtige Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. "Wir fahren dorthin, weil es keine Alternative gab", sagte die Vize-Präsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Uschi Schmitz.
    Gesine Dornblüth, ehemalige Deutschlandradio-Korrespondentin in Moskau
    Gesine Dornblüth: "Es gibt kaum noch freie Presse"
    Gesine Dornblüth hat für das Deutschlandradio über Weißrussland berichtet. Es ist schwer, für Journalisten in dem Land objektiv zu berichten. Elf Reporter wurden vergangenes Jahr in Weißrussland verhaftet. Auch Dornblüth wurde nach einer Recherche dort die Arbeitserlaubnis verweigert.
    Britta Katharina Dassler, Mitglied der FDP-Bundestagsfraktion in der 19. Legislaturperiode, aufgenommen am 20.10.2017 im Bundestag in Berlin. Foto: Kay Nietfeld/dpa | Verwendung weltweit
    FDP-Politikerin Dassler: "Sport kann politische Points setzen"
    Die Sport- und Menschenrechtspolitikerin Britta Dassler von der FDP hat der Bundesregierung eine kleine Anfrage zu den European Games in Weißrussland geschickt. Sie wartet noch immer auf eine Antwort und hält das für einen "Skandal".

    Die Ersten Europaspiele 2015
    Logo für die European Games 2015 in Baku
    Europaspiele 2015 in Aserbaidschan - PR für einen Autokraten
    Die Europaspiele sollen für Weißrussland, das erhofft sich Präsident Lukaschenko, eine Bühne sein, um positive Schlagzeilen zu schreiben. Das war auch schon vor vier Jahren so, bei der Premiere. Damals waren es ähnliche Voraussetzungen: in Aserbaidschans Hauptstadt Baku.