Grenzkontrollen
DPolG-Bundesvorsitzender Teggartz: "Weitere Entwicklung abwarten"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) unterstützt die Haltung von Bundesinnenminister Dobrindt bei den Grenzkontrollen. Der Vorsitzende Teggatz sagte im Deutschlandfunk, die Lage lasse ein Ende der Kontrollmaßnahmen derzeit noch nicht zu. Die EU-Kommission hatte zuletzt auch Deutschland aufgefordert, die Kontrollen an Binnengrenzen im Schengenraum zu beenden.

    Heiko Teggatz, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft lächelt in die Kamera.
    Heiko Teggatz, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, DPolG (Archivbild). (IMAGO / Bernd Elmenthaler / IMAGO / ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler)
    Teggatz betonte, die Zahlen unerlaubter Einreisen seien um etwa 60 Prozent zurückgegangen. "Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Grenzkontrollen der richtige Weg waren." Nun müsse man die weitere Entwicklung abwarten. Dem Gewerkschaftsvorsitzenden zufolge hat die Bundespolizei bereits ihr Personal an allen neun Landesgrenzen reduziert.

    Neun Länder kontrollieren an den Grenzen

    Insgesamt neun Länder des Schengenraums nehmen derzeit noch Kontrollen an ihren Grenzen zu anderen Schengenländern vor - darunter Deutschland, Österreich und die Niederlande. Bundesinnenminister Dobrindt argumentiert, der Außengrenzschutz der EU müsse noch "deutlich besser" werden. Erst danach könne "miteinander" über ein Ende der Kontrollen gesprochen werden.
    Am Freitag tritt das 2024 vereinbarte gemeinsame Europäische Asylsystems (GEAS) in Kraft. Es sieht sieht unter anderem vor, dass Grenzkontrollen primär an den EU-Außengrenzen stattfinden. Migrationskommissar Brunner hatte im Deutschlandfunk betont, wenn der Migrationspakt funktioniere, könnten auch die Grenzkontrollen in Deutschland schrittweise zurückgefahren werden.
    Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.