Karlspreis
Draghi und Merz appellieren an die EU, handlungsfähig und reformbereit zu sein

Der mit dem Karlspreis ausgezeichnete frühere EZB-Präsident Draghi und Bundeskanzler Merz haben die Verleihung in Aachen dazu genutzt, die EU zu Reformen aufzurufen.

    Mario Draghi, der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank, steht am Pult. Hinter ihm sieht man die Sterne der Europaflagge.
    Mario Draghi, der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank, erhält den Internationalen Karlspreis (Archivbild von 2024). (picture alliance / Wiktor Dabkowski)
    Draghi sprach in seiner Dankesrede von einer Lähmung der Europäischen Union, die nur durch eine vertiefte Zusammenarbeit ihrer Mitglieder zu überwinden sei. Europa müsse eine führende Rolle übernehmen, um die regelbasierte Weltwirtschaft zu bewahren. Kanzler Merz sprach sich dafür aus, den EU-Haushalt zu modernisieren. Der CDU-Chef monierte, dass der Brüsseler Etat immer noch geradezu planwirtschaftlich für sieben Jahre erstellt werde. Mehr als zwei Drittel des Geldes fließen nach Merz' Worten in Umverteilung und Subventionen.
    Draghi wurde mit dem diesjährigen Karlspreis vor allem für seine Rolle in der Eurokrise geehrt. Als Präsident der Europäischen Zentralbank hatte er laut Jury wesentlich dazu beigetragen, die Gemeinschaftswährung während der Schuldenkrise Griechenlands zu stabilisieren.
    Diese Nachricht wurde am 14.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.