
Für die Untersuchung wurde das sogenannte I-PACE-Modell benutzt, das der Wissenschaftler Brand an der Uni entwickelt hat. Es sei in der Suchtforschung etabliert, bislang jedoch nicht vollständig empirisch überprüft worden, heißt es. Das Team hat rund 800 Teilnehmende im Durchschnittsalter von etwa 27 Jahren umfassend im Labor untersucht. Etwas 45 Prozent davon waren Frauen. Neben Interviews wurden unter anderem auch computergestützte Tests durchgeführt.
Sich besser fühlen wollen, Online-Zwang, Kontrollverlust
Drei Mechanismen treiben der Studie zufolge die "problematische" Nutzung an. Erstens spielen dabei Gefühle eine Rolle: Betroffene wollen sich besser fühlen und finden dazu im Netz Möglichkeiten. Das wird zweitens immer mehr zur Gewohnheit. Die Forschenden sprechen von einem inneren Zwang, online zu gehen. Drittens: Die Verlust der Kontrolle über das Verhalten. "Diese Prozesse greifen ineinander und sagen sogar voraus, wie sich Symptome über sechs Monate entwickeln", schreiben die Forschenden.
Man habe erstmals empirisch fundiert zeigen können, dass diese drei Wege zusammenwirken, erklärte Studienleiter Brand. Die Befunde könnten in Prävention und Therapie helfen. Brand zufolge wurden die Forschungsergebnisse in der Zeitschrift Comprehensive Psychiatry veröffentlicht.
Diese Nachricht wurde am 05.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
