Sonntag, 19.09.2021
 
Seit 18:40 Uhr Hintergrund
StartseiteSternzeitDer Mond bei vielleicht belebten Monden03.05.2021

Dreigestirn mit Mond, Jupiter und SaturnDer Mond bei vielleicht belebten Monden

Bei der Spekulation über außerirdisches Leben innerhalb unseres Sonnensystems ruhen die größten Hoffnungen auf einigen Eismonden. Ganz oben auf der Liste von Himmelskörpern steht Jupiters kleinster Galileischer Mond Europa. Und was liegt unter dem Eispanzer von Enceladus?

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Himmelsanblick morgen früh: Der Mond im Südosten zwischen den Planeten Jupiter und Saturn (Stellarium)
Himmelsanblick morgen früh: Der Mond im Südosten zwischen den Planeten Jupiter und Saturn (Stellarium)

Morgen früh ab etwa 4.30 Uhr zeigt sich tief über dem Südosthorizont ein wunderschönes Dreigestirn: Oberhalb des Halbmonds leuchtet links der helle Jupiter, rechts der etwas schwächere Saturn.

Astrobiologen würden am liebsten bei Jupiter und Saturn nach Leben suchen - und nicht auf dem Mars. Die Gasplaneten selber dürften zwar absolut lebensfeindlich sein, aber einige ihrer Monde sind äußerst vielversprechend.

Der Jupitermond Europa ist von einem kilometerdicken Eispanzer bedeckt. Darunter gibt es einen mächtigen Ozean aus flüssigem Wasser. Es ist sehr plausibel, dass dort Mikroben existieren.

Der Wasserozean unter der Eisdecke des Jupitermondes Europa könnte ein Ort des Lebens sein (NASA)Unter dem rissigen Eispanzer von Europa gibt es einen Ozean – und vielleicht sogar Leben! (NASA)

Noch faszinierender ist der Saturnmond Enceladus. Durch Eisspalten an seiner Oberfläche schießen Geysire ins All, die ein tiefer Ozean unter dem Eis speist. Die Fontänen enthalten kohlenstoffhaltiges Material - dass dort einfaches Leben existiert, ist viel wahrscheinlicher als auf dem Mars.

Jupiter und Saturn sind aber leider zehn- bis zwanzigmal weiter entfernt als der Mars. Reisen zu den Monden Europa und Enceladus dauern viele Jahre. Zudem ist es kompliziert, sich mit Messsonden durch die dicken Eisschichten in die Ozeane vorzukämpfen.

Daher konzentrieren sich die Fachleute bei der Lebenssuche auf den roten Planeten. Aber nicht, weil er besonders lebensfreundlich wäre, sondern weil er in unserem Hinterhof liegt und vergleichsweise leicht zu erreichen ist.

Mars, der Lebensplanet "zweiter Wahl", steht abends in den Zwillingen. Die Topkandidaten Jupiter und Saturn leuchten morgen und übermorgen früh in der Nähe des Mondes.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk