Freitag, 23. Februar 2024

Katastrophenschutz
Dritter bundesweiter Warntag

In Deutschland findet heute der dritte bundesweite Warntag statt: Bund, Länder und Kommunen testen ihre Katastrophenschutzsysteme. Gegen 11 Uhr werden Sirenen heulen und Handys einen Signalton abspielen. Der Deutschlandfunk und andere Rundfunksender unterbrechen ihr Programm.

14.09.2023
    Die Fotomontage zeigt ein Smartphone mit SMS-Benachrichtigung über den Katastrophenwarntag sowie eine Sirene auf einem Dach.
    Am 8.12.22 sind SMS-Nachrichten genauso wie Sirenen Teil des bundesweiten Warntags. (Imago / Christian Ohde )
    Ziel des Warntags ist es, mögliche Schwachstellen in den Katastrophenschutzsystemen offenzulegen. Denn eine verlässliche Vorbereitung auf Not- und Katastrophenfälle kann Leben retten. Das hat im Sommer 2021 die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands noch einmal deutlich gemacht. Die Bevölkerung im Ahrtal und anderswo war nicht ausreichend über drohende Gefahren informiert worden. Mehr als 180 Menschen starben.

    Sirenen, Warnapps, Rundfunkdurchsagen

    Am 14. September werden deshalb die verschiedenen Warnsysteme ein weiteres Mal geprüft. Gleichzeitig soll die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert und mit dem Ablauf bei behördlichen Alarmierungen vertraut gemacht werden.
    Konkret wird um 11.00 Uhr testweise eine Katastrophenwarnung ausgelöst. Die Menschen hören Sirenen oder Lautsprecherdurchsagen, sie erhalten SMS oder Meldungen auf Warnapps wie NINA oder KATWARN, sie werden über elektronische Anzeigetafeln in den Städten oder an Bahnhöfen aufmerksam gemacht. Radiosender wie der Deutschlandfunk und das Fernsehen beteiligen sich ebenfalls. Sie sind unter bestimmten Bedingungen dazu verpflichtet, behördliche Warnmeldungen zu verbreiten. Gegen 11.45 Uhr erfolgt die Entwarnung. Der Deutschlandfunk informiert darüber in seinen Nachrichtensendungen.

    Zweiter großer Test für "Cell Broadcast“

    Bereits zum zweiten Mal kommt beim Warntag "Cell Broadcast“ zum Einsatz. Das gemeinsam von Behörden und Telekommunikationsanbietern aufgebaute System erlaubt es, Nachrichten gleichzeitig an Millionen von Mobiltelefonen zu senden. Dabei kann ein Kurztext abgestuft verbreitet werden - im gesamten Netz, in einer Region oder sogar nur in einer Mobilfunkzelle.
    Anders als bei Warnapps erfolgt der Text-Empfang bei eingeschaltetem Handy automatisch und lässt sich für Warnungen der höchsten Stufe nicht abstellen. Die Nachrichten sollen selbst dann ankommen, wenn Funknetze überlastet sind. Voraussetzung für den Empfang ist, dass das jeweilige Betriebssystem auf dem aktuellsten Stand ist. Zudem muss das Handy eingeschaltet und darf nicht im Flugmodus sein. Ältere Geräte können Cell-Broadcast-Nachrichten zum Teil nicht empfangen. Cell Broadcast wird am Warntag keine Entwarnung senden.

    Erster Warntag 2020 gescheitert, zweiter Warntag besser

    Der erste bundesweite Warntag im September 2020 galt rasch als gescheitert. Die zentrale Warnung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verzögerte sich um 30 Minuten. Der damalige Amtsleiter musste seinen Posten räumen, die Bonner Behörde wurde neu ausgerichtet. 2021 fiel der eigentlich jährlich vorgesehene Warntag aus.
    Bund und Länder verwiesen auf noch laufende technische und organisatorische Veränderungen. Außerdem sollte mehr Zeit da sein, um aus den Pannen des Vorjahres und den Erfahrungen bei der Flutkatastrophe Lehren zu ziehen. Beim zweiten Warntag im Dezember 2022 wurden nach Angaben des BBK mehr als 90 Prozent der Menschen in Deutschland über mindestens einen Warnkanal erreicht.

    Feedback der Bevölkerung erwünscht

    Auch im Anschluss an den dritten bundesweiten Warntag hoffen die Behörden auf zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Direkt nach dem Probealarm um 11.00 Uhr können die Menschen online ihre Beobachtungen mitteilen. Vor allem interessiert das Bundesamt, ob die Warnung angekommen ist und wenn ja, auf welchem Weg.
    Die Umfrage endet am 21. September. Die Daten und die technische Analyse sollen als Basis für die Vorbereitungen zum nächsten Warntag am 12. September 2024 dienen.