
DRK-Generalsekretär Reuter sagte im Deutschlandfunk, der von Gesundheitsministerin Warken vorgestellte Entwurf enthalte viele gute Ideen. An der einen oder anderen Stelle müsse aber noch nachgebessert werden. Reuter lobte etwa, dass die Rettungsdienste in Zukunft Teil der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung werden sollen. Dadurch werde es möglich, Patienten direkt vor Ort zu behandeln. Auch die angestrebte bessere Steuerung der Anfragen von Patienten sei richtig und notwendig. So ließen sich die bestehenden Ressourcen vernünftig nutzen.
DGIIN mahnt verläßliche Finanzierung an
Auch die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN) lobte das geplante Konzept Integrierter Notfallzentren an ausgewählten Kliniken. Der angehende DGIIN-Präsident Busch mahnte jedoch im Deutschlandfunk, wenn Hilfesuchende dort verlässlich eine ambulante medizinische Erstversorgung erhalten sollten, müsse dies auskömmlich finanziert sein.
Neues Gesundheitsleitsystem - KBV kritisiert Bereitschaftsdienst der Arztpraxen
Die Notrufnummer 112 und die bundesweite Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 sollen in einem Gesundheitsleitsystem besser vernetzt werden. Unter den Nummern soll ein Ersteinschätzungsverfahren per Telefon oder Video für alle Anrufer durchgeführt werden, damit die Patienten dann in die richtige Versorgungsebene - Rettungswagen, Notaufnahme, Notfallpraxis oder spätere Behandlung - gesteuert werden. Im Rettungsdienst bleibt es bei der bekannten Notfallnummer 112 - sie ist weiterhin erste Wahl bei schweren Unfällen, Herzinfarkten oder anderen lebensbedrohlichen Notfällen. Ziel ist es, die Zahl unnötiger Krankenfahrten zu verringeren. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung lehnt einen Mehraufwand für den Bereitschaftsdienst der Arztpraxen jedoch ab. Sie betont, es gebe hierfür keine personellen Ressourcen.
Notfallzentren - Kliniken sehen sich am Limit
In ausgewählten Krankenhäusern sollen nach den Regierungsplänen Integrierte Notfallzentren mit Öffnungszeiten rund um die Uhr aufgebaut werden. In ihnen sollen Notaufnahme, Notdienstpraxen und Ersteinschätzung zusammenarbeiten. Die Krankenhäuser sehen sich jedoch am Limit. Während die Politik viele Kliniken wirtschaftlich an den Abgrund führe, erwarte sie zugleich deren Beteiligung an neuen Strukturen, für die die Krankenhäuser nicht zuständig seien und die das Defizit weiter erhöhten, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gaß.
Hintergrund der Reform sind unter anderem überlastete Notaufnahmen in Krankenhäusern, lange Wartezeiten für Patienten und überlastetes Personal in der Notfallmedizin. Bundesgesundheitsministerin Warken (CDU) geht davon aus, dass mit der Reform jährlich 1,3 Milliarden Euro eingespart werden können.
Diese Nachricht wurde am 23.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




