
Streeck sagte der "Rheinischen Post", höhere Preise würden gerade junge Menschen vom Einstieg abhalten und vielen Rauchern beim Aufhören helfen. Eine höhere Tabaksteuer mit dem Argument abzulehnen, dass dann die Steuereinnahmen sinken könnten, weil weniger Menschen rauchten, "sei zynisch".
Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Pantazis, unterstützte die Forderung Streecks. Es gehe hier nicht um "zusätzliche Staatseinnahmen, sondern um weniger Suchterkrankungen, weniger Krebs und mehr gesunde Lebensjahre", sagte Pantazis.
Bundesärztekammer fordert Werbeverbot
Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, erklärte, es brauche strengere Gesetze, um vor allem Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Er nannte es höchstbedenklich, dass die Zahl junger Raucher wieder gestiegen sei. E-Zigaretten und Nikotinbeutel würden als harmlose Lifestyle-Produkte vermarktet, seien aber ein Einstieg in die Nikotinabhängigkeit, sagte Reinhardt der "Rheinischen Post". Der Mediziner rief die Politik auf, über ein umfassendes Werbeverbot auch in den sozialen Medien dagegen vorzugehen.
Zuletzt hatte eine Studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ergeben, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, die rauchen und mit E-Zigaretten vapen, in Deutschland zugenommen hat.
WHO: Tabak- und Nikotinkonzerne machen Menschen bewusst süchtig
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO konsumieren weltweit mindestens 40 Millionen Menschen im Alter von 13 bis 15 Jahren Tabakprodukte. Die Organisation warnte davor, dass Tabak- und Nikotinhersteller ihre Produkte bewusst so gestalteten, dass sie einfach zu konsumieren und schwer aufzugeben seien, insbesondere für junge Menschen. Sie brächten aromatisierte E-Zigaretten, Nikotinbeutel und andere neue Produkte auf den Markt, um Menschen bewusst süchtig zu machen. Dass große Konzerne damit weiterhin hohe Gewinne einstrichen, obwohl Tabakkonsum Krankheiten wie Krebs verursache und weiterhin Millionen Menschen töte, sei nicht hinnehmbar, erklärte die WHO in Genf.
Diese Nachricht wurde am 31.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
