Ukraine-Krieg
Drohnen-Vorfall in Rumänien - Kritik von Kanzler Merz

Die in der vergangenen Nacht in Rumänien eingeschlagene Drohne stammt nach Angaben der NATO aus Russland. Das teilte ein Sprecher des Verteidigungsbündnisses mit. Man werde nun prüfen, wie man die Abwehr Rumäniens und der gesamten NATO gegenüber solchen Gefahren verbessern könne. Die Drohne hatte in der Nacht ein Hochhaus im rumänischen Galati nahe der Grenze zur Ukraine getroffen und zwei Menschen verletzt.

    Es ist Nacht. Trümmerteile liegen auf der Straße. Mehrere Feuerwehrleute und ihr Wagen stehen vor dem Gebäude, das in rotes Blinklicht getaucht ist.
    Feuerwehr vor dem getroffenen Gebäude in Galati. (AFP / -)
    Der Vorfall wurde international verurteilt. Bundeskanzler Merz sagte, dieser zeige einmal mehr Moskaus Bereitschaft zur Eskalation. Nötig sei eine starke NATO-Präsenz an der Ostflanke. Die Militärallianz und die EU-Staaten sicherten Rumänien Unterstützung zu. Merz erklärte: "Wir sind bereit, das Bündnisgebiet zu verteidigen."
    Außenminister Wadephul betonte, Russlands rücksichtsloses Verhalten bedrohe die kollektive Sicherheit. Die Bundestagsabgeordnete Göring-Eckardt von den Grünen sagte im Deutschlandfunk, man müsse den Angriff als Provokation einordnen. Sie mahnte weiteren militärischen und wirtschaftlichen Druck auf Russland an.

    Russland: Keine Beweise - Drohne sei aus Ukraine

    Der russische Präsident Putin hat angezweifelt, dass die in Rumänien eingeschlagene Drohne aus Russland stammt. In der Vergangenheit seien wiederholt ukrainische Drohnen nach Polen und in die baltischen Staaten gelangt, sagte Putin. Vermutlich handele es sich hier um einen ähnlichen Fall. Die Drohne hatte in der Nacht ein Hochhaus im rumänischen Galati nahe der Grenze zur Ukraine getroffen. Nach Angaben der Behörden wurden zwei Menschen verletzt.
    Eine Sprecherin des Außenministeriums erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA, es seien keinerlei Beweise zu Flügen russischer Drohnen über Europa vorgelegt worden. Sämtliche Anschuldigungen, insbesondere über Drohnen in Ländern der Europäischen Union, entbehrten jeder Grundlage.
    Zuvor hatte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Medwedew, betont, es herrsche Krieg, und die Bürger der EU-Staaten würden nicht mehr ruhig schlafen können. Es müsse zwar noch geklärt werden, wem die abgestürzte Drohne gehöre. Die europäischen Politiker sollten sich jedoch nicht empören, da sie sich direkt ‌an einem Krieg gegen Russland beteiligten. Solche Vorfälle würden sich weiter ereignen, insbesondere ⁠dort, wo Drohnen für die Ukraine hergestellt würden, so Medwedew.

    Reaktionen der NATO und der EU

    NATO-Generalsekretär Rutte schrieb auf der Plattform X, der Vorfall zeige erneut, dass die Auswirkungen des illegalen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht an den Grenzen haltmachten. Er betonte, die NATO sei bereit, jeden Zentimeter ihres Territoriums zu verteidigen.
    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, Russland habe erneut eine Grenze überschritten. ⁠Man werde die Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen besonders ⁠an der Ostgrenze weiter verstärken. Der ukrainische Außenminister Sybiha sprach von einer Bedrohung für ganz Europa.

    Rumänien bestellt Botschafter ein

    Rumänien bestellte den russischen Botschafter ein. Präsident Dan teilte mit, man werde nicht zulassen, dass der Ukraine-Krieg auf die Bürger seines Landes übergreife. Das rumänische Außenministerium sprach von einer schweren und unverantwortlichen Eskalation durch Russland.
    Die Drohne war in der Nacht in ein Hochhaus im rumänischen Galati nahe der Grenze zur Ukraine eingeschlagen. Nach Angaben der Behörden wurden zwei Menschen verletzt. Zu dem ‌Vorfall sei es während eines russischen Angriffs auf zivile Ziele und Infrastruktur in der Ukraine gekommen.

    Flugverteidigung nicht aktiviert

    Nach Angaben des rumänischen Brigadegenerals Maxim konnten nahe Galati positionierte Flugverteidigungsanlagen nicht eingesetzt werden. Die Drohne habe sich nur wenige Minuten im rumänischen Luftraum befunden und sei sehr niedrig geflogen. Der Einsatz des US-amerikanischen Dronenabwehrsystems sei aufgrund der direkten Nähe zu der Großstadt zu gefährlich gewesen.
    Diese Nachricht wurde am 29.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.