
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA begründeten die Strafverfolgungsbehörden die Durchsuchung mit Ermittlungen zu illegaler Nutzung personenbezogener Daten. Genauere Erläuterungen lagen zunächst nicht vor.
Seit Jahren unter Druck
Die "Nowaja Gaseta" gehört zu den bekanntesten investigativen Medien Russlands. Nachdem ihr 2022 die Lizenz entzogen worden war, stellte sie ihr Druckerzeugnis in Russland ein und verlegte einen wesentlichen Teil ihres redaktionellen Geschäfts nach Lettland. Dort gründeten ins Ausland abgewanderte Mitarbeiter das Projekt "Nowaja Gaseta Europa", das in Zusammenarbeit mit einem lettischen Verlag erscheint. Hintergrund ist eine Verschärfung der russischen Zensurgesetze nach Beginn der Invasion in der Ukraine, mit dem der Druck auf unabhängige Medien erhöht wurde. In der Folge wurde der Angriffskrieg von Lettland aus publizistisch scharf kritisiert.
2021 war der damalige Chefredakteur Dmitri Muratow mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Zwei Jahre später stuften ihn die russischen Behörden als sogenannten "ausländischen Agenten" ein.
Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
