Offener Brief an Bundesregierung
Dutzende Organisationen fordern versprochene bezahlte Freistellung nach Geburt eines Kindes

Ein Bündnis von Institutionen aus Gesellschaft und Wirtschaft setzt sich dafür ein, dass Väter kurz nach der Geburt ihres Kindes zwei Wochen lang bezahlt von der Arbeit freigestellt werden. Der Appell wurde in einem offenen Brief veröffentlicht.

06.06.2024
    Ein neugeborenes Baby, das in einer kleinen Krankenhaus-Krippe liegt, hält den Finger eines Erwachsenen.
    Institutionen aus Gesellschaft und Wirtschaft fordern die Bundesregierung auf, die sogenannte Familenstartzeit anzubieten. (imago / YAY Images)
    Darin wird die Bundesregierung aufgerufen, ihr Koalitionsversprechen einzuhalten und die sogenannte Familienstartzeit anzubieten. Die Maßnahme sei ein wichtiger Impuls für eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit, heißt es darin. Auch aus Sicht von Unternehmen sei das sinnvoll. Zu den 35 Unterzeichnern des Schreibens gehören neben kirchlichen Einrichtungen auch Sozialverbände, Banken und Konzerne.

    Zweiwöchige Freistellung vereinbart

    SPD, Grüne und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass in diesem Jahr eine zweiwöchige vergütete Freistellung nach der Geburt eingeführt werden soll. Die Regelung soll neben leiblichen Vätern auch andere mögliche Elternteile umfassen, dazu gehören auch Vertrauenspersonen, die von Alleinerziehenden benannt werden.
    Der Gesetzentwurf von Bundesfamilienministerin Paus befindet sich einem Sprecher zufolge seit mehr als einem Jahr in der Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung. Bedenken kommen nach Berichten vor allem aus dem Finanzministerium.
    Diese Nachricht wurde am 06.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.