
Welches Tier steht im Mittelpunkt der Konferenz?
Im Zentrum steht ein besserer Schutz von Kaiserpinguinen. Die Zahl der Tiere ist deutlich zurückgegangen, weil die durch Treibhausgas-Emissionen verursachte Erwärmung zu einem frühzeitigen Rückgang des Meereises führt, auf dem die Pinguine leben, jagen und sich fortpflanzen.
Experten zeigten sich aber wenig zuversichtlich, dass in Japan Entscheidungen fallen. Vor allem Russland und China blockieren bisher schärfere Maßnahmen zum Schutz der flugunfähigen Seevögel. "Diese Ikonen des Eises könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts durchaus den gefährlichen Abhang in Richtung Ausrottung hinabrutschen, wenn wir jetzt nicht handeln", erklärte der Chefberater der Umweltschutzorganisation WWF für die Pole und Ozeane, Rod Downie.
Welche Rolle spielt der Tourismus bei den Beratungen in Hiroshima?
Der Anstieg der Touristenzahlen rangiert weit oben auf der Tagesordnung. In der Saison 2024/2025 besuchten fast 120.000 Menschen die Antarktis. Die Delegierten in Japan beraten über mögliche Beschränkungen für bestimmte Gebiete, über strengere Verhaltensregeln und mögliche Quoten. Fachleute warnen, die bestehenden Regelwerke würden der zunehmenden Vielfalt touristischer Aktivitäten in der Region nicht gerecht.
Vom Kajakfahren und Heißluftballonfahren bis hin zu Motorradausflügen werden mittlerweile verschiedenste Unternehmungen angeboten. "Wie der Tourismus in der Antarktis reguliert und gesteuert werden soll, ist zu einem Schlüsselthema geworden", betonte Hideki Uyama vom japanischen Außenministerium, der bei der Tagung den Vorsitz führt.
Warum ist der Schutz der Antarktis nicht nur für die Region bedeutsam?
Der Vorsitzende des Sekretariats des Antarktisvertrages, der chilenische Diplomat Francisco Berguno, erläuterte vor Journalisten, der Kontinent sei überaus wichtig für die Regulierung des Erdklimas und der Ozeane. Sein Schutz erfordere "langfristiges Denken, umsichtiges Management und internationales Vertrauen". Vor diesem Hintergrund seien die Gespräche in Hiroshima "in einer Zeit, in der die Antarktis zunehmend von globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel betroffen ist, von besonderer Bedeutung".
Um die Forschungen in der Südpolregion zu unterstützen, hatte Deutschland schon vor Jahrzehnten die Verpflichtung übernommen, aktuelles Kartenmaterial zu erstellen. Dabei halfen auch Daten des Forschungsschiffs "Polarstern", das vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betrieben wird. Der Eisbrecher wird nach einer 183tägigen Reise an diesem Freitag wieder in seinem Heimathafen erwartet. Bei der jüngsten Expedition entdeckten die Wissenschaftler unter anderem eine bisher unkartierte Insel im Weddellmeer, die mit 130 Metern etwas länger ist als die "Polarstern".
Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
