Um die ägyptischen Dynastien zu datieren, nutzten Historiker bislang Inschriften, Überlieferungen, die später auf Papyrus festgehalten wurden, oder archäologische Funde. Wann ein Pharao den nächsten ablöste, lässt sich damit aber nicht exakt bestimmen. Da mit jeder Dynastie die Jahreszählung von neuem begann und nicht geklärt werden konnte, ob Pharaonen immer nur nacheinander oder vielleicht auch zur gleichen Zeit herrschten, waren viele Fragen offen. Ebenso konnten astronomische Beobachtungen nur bedingt helfen, da nicht klar war, ob die überlieferten Himmelserscheinungen im Norden oder im Süden des Landes gemacht wurden. Um die Abfolgen der Pharaonen exakt messen zu können, durchstöberte Christopher Bronk Ramsey von der Radiocarbon Accelerator Unit der Universität Oxford auf der ganzen Welt Museumsarchive. Der Datierungsexperte sammelte dort Überreste von Früchten und Samen, sowie Stücke von Textilien oder Körben, die bei Ausgrabungen entdeckt wurden und historisch eindeutig einer Dynastie zugeordnet werden können.
"Als erstes haben wir Proben der jüngeren Dynastien untersucht. Dabei sahen wir, dass sie alle etwas früher begannen. Ein Grund ist der frühere Beginn der Vegetationsperiode in Ägypten im Vergleich zu Nordamerika oder Europa, das wurde bei bisherigen Untersuchungen außer Acht gelassen. Auch das Abgleichen der Daten anhand von Baumringen muss mit Bäumen aus der Region gemacht werden, da die Radiokohlenstoffverteilung in Ägypten andere Konzentrationen aufweist."
Bei der Radiokarbonmethode wird der Kohlenstoffgehalt einer Probe, etwa der einer Pflanze, untersucht. Da diese nach ihrem Tod keinen neuen Kohlenstoff aufnimmt, konnte Christopher Bronk Ramsey die heute noch enthaltenen Kohlenstoffisotope messen und so das Alter der Pflanze bestimmen.
"Unseren Daten zufolge begann das Neue Königreich zwar ein wenig früher als bislang gedacht, aber dennoch stimmt es mit den historischen Jahreszahlen grob überein. Die Zeitverschiebung hier betrifft nur etwa ein Jahrzehnt."
Auch das Alte Reich ist älter als bislang angenommen. Den neuen Daten zufolge begann die Regentschaft des altägyptischen Pharaos Djoser möglicherweise schon 2691vor Christus und damit rund 100 Jahre früher. Diese Ergebnisse seien ein Meilenstein für die Forschung, sagt der Ägyptologe Hendrik Bruins von der Ben-Gurion-Universität des Negev, dessen Kommentar zu der britischen Studie ebenfalls im Fachblatt "Science" erscheint.
"Die große Bedeutung der Forschung von Bronk Ramsey und Kollegen ist, dass nun erstmals die ägyptische Chronologie mithilfe einer technischen Methode objektiv überprüft werden konnte. Erstaunlicherweise waren die Abfolgen der Dynastien, wie sie Historiker bislang beschrieben haben, größtenteils korrekt. Denn bislang standen nur Überlieferungen zur Verfügung, deren Wahrheitsgehalt wir nie exakt überprüfen konnten, weil es immer nur Kopien von Kopien von Kopien waren."
Auch sei er zuversichtlich, dass seine Kollegen die neuen Erkenntnisse willkommen heißen, so Hendrik Bruins.
"Es wird immer Archäologen oder Historiker geben, die diese Daten mit Skepsis betrachten. Das liegt aber lediglich daran, dass sie die Grundlagen dieser Methoden nicht kennen und was man nicht gut versteht, lehnt man auch ab. Aber ich denke schon, dass viele Historiker sich über diese Ergebnisse freuen werden."
Jedoch bedauert er, dass nicht alle Dynastien untersucht wurden. So gibt es keine Ergebnisse aus der so genannten Zweiten Zwischenzeit am Übergang vom Mittlerem zu Neuem Reich. Gerade für diese Zeit, in der Ägypten vom Volk der Hyksos dominiert wurde, existieren noch immer viele sich widersprechende Chronologien.
"Als erstes haben wir Proben der jüngeren Dynastien untersucht. Dabei sahen wir, dass sie alle etwas früher begannen. Ein Grund ist der frühere Beginn der Vegetationsperiode in Ägypten im Vergleich zu Nordamerika oder Europa, das wurde bei bisherigen Untersuchungen außer Acht gelassen. Auch das Abgleichen der Daten anhand von Baumringen muss mit Bäumen aus der Region gemacht werden, da die Radiokohlenstoffverteilung in Ägypten andere Konzentrationen aufweist."
Bei der Radiokarbonmethode wird der Kohlenstoffgehalt einer Probe, etwa der einer Pflanze, untersucht. Da diese nach ihrem Tod keinen neuen Kohlenstoff aufnimmt, konnte Christopher Bronk Ramsey die heute noch enthaltenen Kohlenstoffisotope messen und so das Alter der Pflanze bestimmen.
"Unseren Daten zufolge begann das Neue Königreich zwar ein wenig früher als bislang gedacht, aber dennoch stimmt es mit den historischen Jahreszahlen grob überein. Die Zeitverschiebung hier betrifft nur etwa ein Jahrzehnt."
Auch das Alte Reich ist älter als bislang angenommen. Den neuen Daten zufolge begann die Regentschaft des altägyptischen Pharaos Djoser möglicherweise schon 2691vor Christus und damit rund 100 Jahre früher. Diese Ergebnisse seien ein Meilenstein für die Forschung, sagt der Ägyptologe Hendrik Bruins von der Ben-Gurion-Universität des Negev, dessen Kommentar zu der britischen Studie ebenfalls im Fachblatt "Science" erscheint.
"Die große Bedeutung der Forschung von Bronk Ramsey und Kollegen ist, dass nun erstmals die ägyptische Chronologie mithilfe einer technischen Methode objektiv überprüft werden konnte. Erstaunlicherweise waren die Abfolgen der Dynastien, wie sie Historiker bislang beschrieben haben, größtenteils korrekt. Denn bislang standen nur Überlieferungen zur Verfügung, deren Wahrheitsgehalt wir nie exakt überprüfen konnten, weil es immer nur Kopien von Kopien von Kopien waren."
Auch sei er zuversichtlich, dass seine Kollegen die neuen Erkenntnisse willkommen heißen, so Hendrik Bruins.
"Es wird immer Archäologen oder Historiker geben, die diese Daten mit Skepsis betrachten. Das liegt aber lediglich daran, dass sie die Grundlagen dieser Methoden nicht kennen und was man nicht gut versteht, lehnt man auch ab. Aber ich denke schon, dass viele Historiker sich über diese Ergebnisse freuen werden."
Jedoch bedauert er, dass nicht alle Dynastien untersucht wurden. So gibt es keine Ergebnisse aus der so genannten Zweiten Zwischenzeit am Übergang vom Mittlerem zu Neuem Reich. Gerade für diese Zeit, in der Ägypten vom Volk der Hyksos dominiert wurde, existieren noch immer viele sich widersprechende Chronologien.