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StartseiteWirtschaft am MittagNachrüstung von Dieselbussen läuft nur schleppend19.03.2019

E-Mobilität im ÖPNVNachrüstung von Dieselbussen läuft nur schleppend

Um die Luft in den Innenstädten zu verbessern, ist auch der öffentliche Personennahverkehr gefragt - insbesondere der Busverkehr in den Innenstädten. Mehr als 100 Millionen Euro stellt der Bund beispielsweise für die Umrüstung von Dieselbussen zur Verfügung. Doch das Geld wird bislang kaum genutzt.

Von Philip Banse

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Ein Elektrobus der Kölner Verkehrsbetriebe AG (KVB) an einer Ladestation am Südfriedhof in Köln-Zollstock. Seit 2016 fahren auf der Linie 133 in Köln 8 Elektrobusse.  (imago / Manngold)
Ein Elektrobus der Kölner Verkehrsbetriebe: Für die Anschaffung solcher Busse hat der Bund mehr als 175 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. (imago / Manngold)
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"Das ist ein Abgasreinigungssystem, eine SCRT-Anlage zur Absenkung der Stickoxide."

Axel Middendorf arbeitet für HJS, ein mittelständisches Unternehmen, das Anlagen baut, die Abgase reinigen, vor allem von Bussen.

"Der Effekt einer Nachrüstanlage ist, dass die Stickoxide nachhaltig um mehr als 90, 95 Prozent gesenkt werden. Natürlich auch die Partikel. Das sind saubere Busse."

95 Prozent der Dieselbusse in Deutschland ließen sich nachrüsten, sagt Middendorf. Einen Dieselbus mit einer solchen Anlage nachzurüsten koste rund 20.000 Euro pro Bus. Mindestens 80 Prozent dieser Kosten übernimmt der Staat über das "Sofortprogramm saubere Luft". Insgesamt stehen 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um den Verkehr in den Städten sauberer zu machen. Von diesen 1,5 Milliarden stehen für die Umrüstung von Dieselbussen über 100 Millionen Euro zur Verfügung. Vor vier Monaten war noch kein einziger Dieselbus durch das Programm mit einer Abgasreinigung nachgerüstet worden. Frage also heute Morgen an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU:

Reporter: "Wie viele Busse wurden denn schon nachgerüstet?"

Andreas Scheuer: "Zu wenig."

Die Firma Twintec rüstet in Berlin die Doppeldecker-Busse mit Abgasreinigung aus. Twintec-Chef Marcus Hausser über die Nachrüstung der kommunalen Dieselbusse:

"Es läuft langsam an, allerdings muss man dazu sagen sehr viel langsamer, als sich das eigentlich alle erhofft hatten."

Teilweise werden mehr als 80 Prozent der Kosten erstattet

Im vergangenen Jahr hat das "Sofortprogramm saubere Luft" nicht wirklich funktioniert, sagen viele Nachrüster übereinstimmend. 2019 aber könnten sich Kommunen nicht nur 40 Prozent dieser 20.000 Euro für eine Nachrüstanlage erstatten lassen, sondern teils über 80 Prozent der Kosten.

"Das ist angekommen bei den großen Verkehrsunternehmen und seit Anfang dieses Jahres kommen da die ersten Markterkundungen, Marktsondierungen dieser Unternehmen, aber auch entsprechende Ausschreibungen. Die gehen natürlich dann über einen Zeitraum von zwei, drei Monaten, aber es kommt dort eine Anfrage auf uns zu", sagt Axel Middendorf vom Nachrüster HJS. Sein Unternehmen sei jetzt mit knapp 90 Kommunen im Gespräch. Auch Twintec verzeichnet jetzt mehr Nachfrage.

"Wir gehen davon aus, dass hier zusätzliche Nachfrage dann im Laufe diesen Jahres kommt beziehungsweise dann nächstes Jahr."

Verkehrsminister Andreas Scheuer will nicht sagen, wie viel Dieselbusse dieses Jahr umgerüstet werden.

"Jetzt haben wir die Förderbescheide ausgereicht und jetzt muss natürlich umgesetzt werden. Die Systeme sind da, aber es wird erst im Laufe 2019 natürlich wirken, weil erst die Werkstattaufenthalte kommen."

Was allerdings noch nicht so zu funktionieren scheint, ist die Anschaffung von Elektrobussen. Dafür stehen über 175 Millionen Euro zur Verfügung. Doch das Verkehrsministerium konnte bis heute Mittag keine Antragszahlen liefern. Elektrobusse sind mehr als doppelt so teuer wie Dieselbusse. Sie brauchen Oberleitungen oder Ladestationen und das Laden dauert relativ lange. Außerdem haben sich Elektrobusse zum Beispiel in Berlin und Hamburg als sehr störanfällig erwiesen.

 

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