Weltrechtsprinzip
Ehemaliger Innenminister Gambias in Schweiz zu 20 Jahren Haft verurteilt

Das Schweizer Bundesstrafgericht hat den ehemaligen Innenminister Gambias, Sonko, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in seinem Heimatland zu 20 Jahren Haft verurteilt.

15.05.2024
    Sonko war im November 2016 in der Schweiz festgenommen worden, nachdem er dort zwei Monate zuvor Asyl beantragt hatte. Er war unter Präsident Jammeh von 2006 bis 2016 Innenminister Gambias. Die Entscheidung zeige, dass niemand über dem Gesetz stehe, teilte die Organisation Trial International mit, die die Vorwürfe gegen Sonko vorgebracht hatte.
    Die Schweizer Bundesanwaltschaft beschuldigte Sonko, Angriffe gegen Regimegegner in Gambia unterstützt und daran teilgenommen zu haben. Die mutmaßlichen Verbrechen umfassten Tötungen, Folter, Vergewaltigung und zahlreiche rechtswidrige Inhaftierungen.
    Nach Angaben von Trial International ist Sonko der bisher höchstrangige ehemalige Regierungsvertreter, der in Europa nach dem Weltrechtsprinzip vor Gericht gestellt wurde.
    Diese Nachricht wurde am 15.05.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.