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Ein glitschiges Sternbild

Über den südlichen Nachthimmel schlängelt sich zur Zeit eine Wasserschlange. Die Hydra ist so groß, dass sie erst mehr als sieben Stunden nach dem Aufgang ihrer ersten Sterne ganz am Himmel zu sehen ist. Ihre Kopfsterne gehen nach Sonnenuntergang auf – ihre Schwanzsterne erst nach Mitternacht.

Damond Benningfield |
    In der griechischen Mythologie war Hydra der neunköpfige Drache, den Herakles in einer seiner 12 Aufgaben tötete. Noch früher kannten auch die Babylonier die Hydrasterne als Drachen. Die alten Ägypter dagegen sahen in ihnen den Nil.

    Wie Sie vielleicht bereits vermuten, ist Hydra ein langes, sich windendes Sternbild. Selbst bei dunklem Himmel und mit guten Sternkarten ist es schwer, sie ganz zu finden. Ihre Sterne sind relativ blass. Der hellste Stern der Hydra – Alphard – ist nicht gerade spektakulär. In seiner Nachbarschaft gibt es jedoch keine anderen hellen Sterne. Das macht es etwas leichter. Blicken Sie gegen 21 Uhr nach Südosten. Der nächste helle Nachbarstern ist Regulus links von Alphard.

    Alphard ist ein Roter Riesenstern mit einer Entfernung zur Erde von ca. 175 Lichtjahren. Einst ähnelte er unserer Sonne. Doch bewegt er sich bereits auf das Ende seines Lebens zu und macht dadurch gravierende Veränderungen durch. Er hat sich sehr aufgebläht. Seine äußeren Schichten sind dünn, kühl und rötlich. Irgendwann wird er sie abstoßen. Zurück bleibt ein dichter, heißer Kern. Dieses Schicksal steht auch unserer Sonne bevor – in vielleicht fünf Milliarden Jahren.