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Ein Stern zwinkert uns zu

Der Asteroid Yvette ist ein kleiner Gesteinsbrocken, der zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter um die Sonne zieht. Derzeit ist er etwa 350 Millionen Kilometer von uns entfernt. Er leuchtet so schwach, dass er nur in großen Teleskopen zu sehen ist. Dennoch könnte man morgen Abend seine Existenz im Sonnensystem mit bloßem Auge feststellen.

Von Dirk Lorenzen |
    Denn der kleine Körper zieht vor dem Stern 42 Capricorni im Steinbock entlang. Dieser Stern ist von einem dunklen Standort und bei klarer Sicht ohne Hilfsmittel zu erkennen.

    Zwischen neun und halb zehn deutscher Zeit spielt sich morgen eine kuriose Finsternis ab. Yvette wird das Licht des Sterns im Steinbock abblocken - für etwa zwei Sekunden scheint der Stern wie von Geisterhand ausgeknipst. Dann ist Yvette weiter gewandert und lässt das Sternlicht wieder passieren.

    Leider ist dies von Deutschland aus nicht zu sehen. Nur Beobachter an den richtigen Plätzen in Indonesien, Madagaskar und Südafrika werden die Sternbedeckung durch den Asteroiden bemerken.

    Denn die Schattenzone ist auf der Erde nur so breit wie der Durchmesser von Yvette: etwa 25 Kilometer. Die Bahn von Yvette müsste gut 7000 Kilometer weiter nördlich verlaufen, damit auch wir etwas von diesem kosmischen Schattenspiel abbekämen.

    Zwar lässt sich auch von Mitteleuropa aus morgen Abend der Stern 42 im Steinbock beobachten. Aber solange wir auch gucken - wir werden ihn nicht zwinkern sehen. Doch werden er und Yvette sich bestimmt freuen, wenn Sie den Spieß umdrehen - und einfach den beiden zuzwinkern.

    Informationen zur Bedeckung durch Yvette

    NASA-Informationen zum Asteroiden Yvette