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Ein Stück Mondgeschichte

Heute Nacht zieht der fast volle Mond durch den Wassermann. Wie dieses Sternbild werden auch Merkmale auf dem Mond mit Wasser in Verbindung gebracht. Die dunklen Flecken, die das Mondgesicht bilden, bezeichnete man fälschlicherweise als Mondmeere. Sie sind jedoch nicht mit Wasser gefüllt, sondern mit vulkanischem Gestein. Die meisten von ihnen entstanden in der frühen Zeit der Mondgeschichte. Damals schlugen riesige Gesteinsbrocken auf dem Mond ein und rissen Löcher in seine Kruste. Diese Löcher füllten sich mit geschmolzenem Gestein, das an die Oberfläche stieg, sich irgendwann abkühlte und die vulkanischen Ebenen bildete - die Maria.

Von Damond Benningfield |
    Ein Beweisstück für das Bombardement des Mondes könnte in einem Meteoriten erhalten sein, den man vor drei Jahren in der Wüste von Oman fand. Geologen identifizierten den Meteoriten als einen Stein vom Mond. Weitere Tests ergaben dann, dass er aus einer ganz bestimmten Mondregion stammt - aus einem kleinen Krater im Mare Imbrium. Detaillierte Analysen enthüllten dann, wie dieser Stein entstanden war, wann er den Mond verlassen hat und wann er auf die Erde fiel.

    Nach den Berichten des Forschungsteams entstand dieser in der omanischen Wüste gefundene Meteorit vor 3,9 Milliarden Jahren bei dem Einschlag, der das Mare Imbrium formte. Durch einen zweiten Einschlag wurde der Stein eine Milliarde Jahre später aus dieser Gegend weggeschleudert. Ein weiterer Einschlag vor etwa 340 000 Jahren schleuderte den Stein dann ins All. Die Erde dürfte er vor weniger als 10 000 Jahren erreicht haben, wo er im Wüstensand auf seine Entdeckung wartete.