
Eigentlich sollten die zehn Prozent schon 2020 erreicht sein. Für die Zielmarke der 30 Prozent ist laut UNO-Umweltprogramm UNEP noch viel nötig: Um das zu erreichen, müsste rechnerisch ein Gebiet in der Größe des gesamten Indischen Ozeans geschützt werden.
Bisher stehen laut einem UNO-Bericht vor allem nationale Meeresgebiete der Mitgliedsstaaten unter Schutz. Bei den internationalen Gewässern auf hoher See ist es nur ein kleiner Teil - dabei machen diese Gewässer den größten Teil der Weltmeere aus. Ein weiteres Problem ist, dass viele Meeresschutzgebiete nicht aktiv verwaltet werden - das heißt, es gibt keine Kontrolle, ob Schutzbestimmungen eingehalten werden, oder keine Patrouillen wie in Naturschutzgebieten an Land.
Im Januar war der UNO-Hochseevertrag in Kraft getreten, das erste internationale Abkommen, das sich auf den Schutz der Biodiversität in den Ozeanen konzentriert. Es geht darin um den Schutz des Meereslebens auf hoher See und in der Tiefsee - also jenen Gebieten des Ozeans, die außerhalb der nationalen Hoheitsgewalt einzelner Länder liegen. Die Mitgliedsstaaten hatten fast 20 Jahre über den Vertrag verhandelt. Er bietet zudem einen Rechtsrahmen für die Förderung der nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen und die gerechte Aufteilung der Vorteile aus dem in Tiefseearten vorkommenden genetischen Material.
Diese Nachricht wurde am 04.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
