Dahinter verbirgt sich eine Hochschule mit Lehrveranstaltungen direkt an der Grenze beider Länder, mal diesseits, mal jenseits der Donau. Aus der Taufe gehoben wurde es vor vier Jahren mit Hilfe der deutschen Hochschulrektorenkonferenz.
Angestrengt blicken gut ein Dutzend Studierende auf die ältere Dame vor ihnen, die ein nicht eben einfaches Fach unterrichtet:: "Bulgarisch als Fremdsprache" - und das, obwohl sich das Unterrichtsgebäude mitten in der Altstadt der bulgarischen Stadt Russe an der Donau befindet. Doch die meisten Studierenden sind noch nicht lange in Bulgarien.
" Es ist gut, wenn man die bulgarische Sprache spricht. Damit ist gemeint, dass man 200 Millionen Menschen kommunizieren kann, die slawische Sprachen sprechen. Also Bulgarisch ist eine slawische Sprache. Und deswegen kann ich sagen, dass 200 Millionen Menschen slawische Sprachen sprechen. "
Bekim Podrimchaku kommt aus dem Kosovo. Er ist überzeugt, dass sich der Bulgarisch-Unterricht für ihn lohnt. Seine Kommilitonen nicken . Sie alle studieren im zweiten Semester den Master-Studiengang für Europa-Studien am "Bulgarisch-Rumänischen Interuniversitäten Europazentrum", kurz BRIE: Dahinter verbirgt sich ein einzigartiges Hochschulprojekt auf dem Balkan. Hier soll die Polit- und Verwaltungselite von morgen und übermorgen fit gemacht werden für die europäische Integration. Neben den Fremdsprachen Englisch, Deutsch und Rumänisch stehen Fächer wie Europarecht, Struktur der europäischen Institutionen und europäische Geschichte auf dem Studienplan. Professor Mimi Kornazheva, Direktorin des Brie-Zentrums.
" Wir beschäftigen uns zum Beispiel mit den politischen Problemen speziell in Südosteuropa. Dann geht es natürlich um internationale Wirtschaftsbeziehungen. Eine weitere Unterrichtseinheit beschäftigt sich damit, wie man mit der Umsetzung europäischer Projekte umgeht. Das stellt eine sehr große Herausforderung für unsere Region hier da. "
Doch genau solchen Herausforderungen sollen sich die Absolventen von BRIE zukünftig stellen. Sie stammen aus allen Balkan-Ländern und nehmen nach dem Abschluss des auf vier Semestern ausgelegten Master-Studiengangs Schlüsselstellungen in ihren Herkunftsländern ein. Während der Hochschulbetrieb aus Mitteln des Balkan-Stabilitätspaktes mitfinanziert wird, erhalten die meisten Studierenden Stipendien, unter anderem von der deutschen Hertie-Stiftung. Nenad Zvanovski aus Makedonien und Florina Parvan über ihre Zukunftspläne:
" Ich möchte zukünftig als Journalist, als Europa-Korrespondent in Brüssel arbeiten. Brüssel ist sehr wichtig für unser Land geworden, aber unglücklicherweise haben wir in Mazedonien bisher kaum Berichterstatter, die unsere Medien über die wichtigen Dinge unterrichten, die die Europäische Kommission beschließt. "
""Ein Job in einer rumänischen Botschaft irgendwo in Europa, das könnte ich mir gut vorstellen. Oder eine Stelle in einem Ministerium, vielleicht in unserem Außenministerium. Ich habe mich noch nicht entschieden. Aber in diese Richtung soll es gehen. "
Seit 2002, als das Brie-Projekt auf den Weg gebracht wurde, haben alle Absolventen gute Jobs gefunden. Das liegt zum einen daran, dass der Bedarf nach Europa-Experten groß ist in den Balkan-Ländern. Zum anderen hängen die guten Berufsaussichten aber auch damit zusammen, dass Brie die Bologna-Prozess weitgehend umgesetzt hat und als eine der modernsten Hochschulen auf dem Balkan gilt. Direktorin Mimi Kornazheva:
" Der Bologna-Prozess dient ja dazu, einen einheitlichen europäischen Bildungsraum herzustellen. "
" Für uns bedeutet das: Jeder Student geht für ein Semester ins Ausland, an eine unserer Partneruniversitäten in Deutschland. Und außerdem organisieren wir einen Dozenten-Austausch. Das heißt: Es kommen beispielsweise auch Gastprofessoren aus anderen Ländern, beispielsweise aus Deutschland, hierher. Unsere Philosophie lautet:: Mobilität beim Lehrpersonal, Mobilität bei den Studenten - das ist etwas, was unsere Absolventen fit macht für den gesamten europäischen Bildungsraum. "
Die meisten Studierenden des Brie-Projektes verbringen ihr Auslandssemester an der Europa-Universität in Frankfurt an der Oder und an der Technischen Hochschule Chemnitz. Daneben trage das Brie-Projekt, so Direktorin Mimi Kornazeva, dem Bologna-Prozess noch in weiterem Punkt Rechnung: Der Master-Studiengang "Europäische Studien" unterliegt einer ständigen Qualitätskontrolle.
" Unser Ziel ist, einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard zu garantieren. Das ist ja das zweite wichtige Element von Bologna. Unser Master-Studiengang wurde vor drei Jahren von einer deutschen Agentur zertifiziert, wie die deutschen Hochschulen auch. Die Inhalte werden seitdem regelmäßig überprüft. Das ist wichtig für den Studiengang und für die zukünftige Karriere unserer Absolventen. "
Doch so sehr das Leitbild eines modernen Europas die Studieninhalte bestimmt, im praktischen Studienalltag würden sich die Studierenden ebenfalls mehr 'Vereinigtestes Europa’ wünschen. Denn ursprünglich sah das Konzept vor, dass sie ständig zwischen dem rumänischen und dem bulgarischen Teil der Hochschule hin- und herpendeln; auf rumänischer Seite ist der zweite Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik angesiedelt.. Doch kurz mal auf einen Sprung dort vorbeischauen, ist für Studierende wie Bekim Podriumchaku ganz und gar unmöglich::
" Wir können das nicht machen. Also ohne ein Visum können wir nicht Rumänien besuchen. Das kann ich nicht akzeptieren. Denn Bulgarien und Rumänien sind gemeinsam auf dem Weg zur Europäischen Union. So etwas an der Grenze immer noch - das müsste nicht sein. "
Angestrengt blicken gut ein Dutzend Studierende auf die ältere Dame vor ihnen, die ein nicht eben einfaches Fach unterrichtet:: "Bulgarisch als Fremdsprache" - und das, obwohl sich das Unterrichtsgebäude mitten in der Altstadt der bulgarischen Stadt Russe an der Donau befindet. Doch die meisten Studierenden sind noch nicht lange in Bulgarien.
" Es ist gut, wenn man die bulgarische Sprache spricht. Damit ist gemeint, dass man 200 Millionen Menschen kommunizieren kann, die slawische Sprachen sprechen. Also Bulgarisch ist eine slawische Sprache. Und deswegen kann ich sagen, dass 200 Millionen Menschen slawische Sprachen sprechen. "
Bekim Podrimchaku kommt aus dem Kosovo. Er ist überzeugt, dass sich der Bulgarisch-Unterricht für ihn lohnt. Seine Kommilitonen nicken . Sie alle studieren im zweiten Semester den Master-Studiengang für Europa-Studien am "Bulgarisch-Rumänischen Interuniversitäten Europazentrum", kurz BRIE: Dahinter verbirgt sich ein einzigartiges Hochschulprojekt auf dem Balkan. Hier soll die Polit- und Verwaltungselite von morgen und übermorgen fit gemacht werden für die europäische Integration. Neben den Fremdsprachen Englisch, Deutsch und Rumänisch stehen Fächer wie Europarecht, Struktur der europäischen Institutionen und europäische Geschichte auf dem Studienplan. Professor Mimi Kornazheva, Direktorin des Brie-Zentrums.
" Wir beschäftigen uns zum Beispiel mit den politischen Problemen speziell in Südosteuropa. Dann geht es natürlich um internationale Wirtschaftsbeziehungen. Eine weitere Unterrichtseinheit beschäftigt sich damit, wie man mit der Umsetzung europäischer Projekte umgeht. Das stellt eine sehr große Herausforderung für unsere Region hier da. "
Doch genau solchen Herausforderungen sollen sich die Absolventen von BRIE zukünftig stellen. Sie stammen aus allen Balkan-Ländern und nehmen nach dem Abschluss des auf vier Semestern ausgelegten Master-Studiengangs Schlüsselstellungen in ihren Herkunftsländern ein. Während der Hochschulbetrieb aus Mitteln des Balkan-Stabilitätspaktes mitfinanziert wird, erhalten die meisten Studierenden Stipendien, unter anderem von der deutschen Hertie-Stiftung. Nenad Zvanovski aus Makedonien und Florina Parvan über ihre Zukunftspläne:
" Ich möchte zukünftig als Journalist, als Europa-Korrespondent in Brüssel arbeiten. Brüssel ist sehr wichtig für unser Land geworden, aber unglücklicherweise haben wir in Mazedonien bisher kaum Berichterstatter, die unsere Medien über die wichtigen Dinge unterrichten, die die Europäische Kommission beschließt. "
""Ein Job in einer rumänischen Botschaft irgendwo in Europa, das könnte ich mir gut vorstellen. Oder eine Stelle in einem Ministerium, vielleicht in unserem Außenministerium. Ich habe mich noch nicht entschieden. Aber in diese Richtung soll es gehen. "
Seit 2002, als das Brie-Projekt auf den Weg gebracht wurde, haben alle Absolventen gute Jobs gefunden. Das liegt zum einen daran, dass der Bedarf nach Europa-Experten groß ist in den Balkan-Ländern. Zum anderen hängen die guten Berufsaussichten aber auch damit zusammen, dass Brie die Bologna-Prozess weitgehend umgesetzt hat und als eine der modernsten Hochschulen auf dem Balkan gilt. Direktorin Mimi Kornazheva:
" Der Bologna-Prozess dient ja dazu, einen einheitlichen europäischen Bildungsraum herzustellen. "
" Für uns bedeutet das: Jeder Student geht für ein Semester ins Ausland, an eine unserer Partneruniversitäten in Deutschland. Und außerdem organisieren wir einen Dozenten-Austausch. Das heißt: Es kommen beispielsweise auch Gastprofessoren aus anderen Ländern, beispielsweise aus Deutschland, hierher. Unsere Philosophie lautet:: Mobilität beim Lehrpersonal, Mobilität bei den Studenten - das ist etwas, was unsere Absolventen fit macht für den gesamten europäischen Bildungsraum. "
Die meisten Studierenden des Brie-Projektes verbringen ihr Auslandssemester an der Europa-Universität in Frankfurt an der Oder und an der Technischen Hochschule Chemnitz. Daneben trage das Brie-Projekt, so Direktorin Mimi Kornazeva, dem Bologna-Prozess noch in weiterem Punkt Rechnung: Der Master-Studiengang "Europäische Studien" unterliegt einer ständigen Qualitätskontrolle.
" Unser Ziel ist, einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard zu garantieren. Das ist ja das zweite wichtige Element von Bologna. Unser Master-Studiengang wurde vor drei Jahren von einer deutschen Agentur zertifiziert, wie die deutschen Hochschulen auch. Die Inhalte werden seitdem regelmäßig überprüft. Das ist wichtig für den Studiengang und für die zukünftige Karriere unserer Absolventen. "
Doch so sehr das Leitbild eines modernen Europas die Studieninhalte bestimmt, im praktischen Studienalltag würden sich die Studierenden ebenfalls mehr 'Vereinigtestes Europa’ wünschen. Denn ursprünglich sah das Konzept vor, dass sie ständig zwischen dem rumänischen und dem bulgarischen Teil der Hochschule hin- und herpendeln; auf rumänischer Seite ist der zweite Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik angesiedelt.. Doch kurz mal auf einen Sprung dort vorbeischauen, ist für Studierende wie Bekim Podriumchaku ganz und gar unmöglich::
" Wir können das nicht machen. Also ohne ein Visum können wir nicht Rumänien besuchen. Das kann ich nicht akzeptieren. Denn Bulgarien und Rumänien sind gemeinsam auf dem Weg zur Europäischen Union. So etwas an der Grenze immer noch - das müsste nicht sein. "