Sonntag, 22. Mai 2022

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Eine Lange Nacht mit dem Künstler Klaus Staeck
Nichts ist erledigt

Er begann seine künstlerische Laufbahn mit Holzschnitten. Doch bekannt, geliebt und gehasst wurde der Künstler Klaus Staeck für seine feinsinnigen und zumeist ironisch-polemischen Plakate und Poster - von den vielen Prozessen gegen ihn hat er bis heute keinen verloren.

Moderiert von Rainer Burchardt | 09.09.2017

Klaus Staeck steht am 07.08.2014 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin neben einer Litfaßsäule mit seinen Plakaten. Auf einer Pressekonferenz wurde das Projekt von Klaus Staeck "Die Kunst findet nicht im Saale statt" vorgestellt. Es wird für einen Zeitraum von drei Wochen eine Auswahl von 10 Motiven seiner politischen Plakate seit den 1970er-Jahren bis heute auf über 300 Litfaßsäulen in der ganzen Stadt verteilt.
Klaus Staeck steht vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin neben einer Litfaßsäule mit seinen Plakaten (dpa / picture alliance / Wolfgang Kumm)
Kritisiert wurde er von den 68ern, gehasst besonders von den konservativen Erben der Nach-Adenauerzeit, die ihn wegen der bis zur Kenntlichkeit entlarvenden Polemiken reihenweise vor Gericht brachten. Da waren sie bei dem Volljuristen, Grafiker, Verleger, Designer und ehemaligen Präsidenten der Akademie der Künste Professor Klaus Staeck aber an der falschen Stelle. Von den vielen Prozessen hat er bis heute keinen verloren.
Mit seinen grafischen "Staeckbriefen" hat der Sozialdemokrat auch nicht die etablierte Politik der Ära Brandt/Schmidt verschont. Die Lange Nacht beleuchtet das vielschichtige Leben dieses Künstlers, der im kommenden Jahr 80 Jahre alt wird.
Diese Lange Nacht beinhaltet Auszüge aus dem Gespräch mit dem Künstler Klaus Staeck, moderiert von Rainer Burchardt. In drei Videos können Sie in dieser Webbegleitung Teile davon anschauen.
Klaus Staeck und sein künstlerisches Werk
An der eigenen Mutter hat der 1938 geborene Künstler Klaus Staeck die Risikobereitschaft und den Geschäftssinn geschätzt. In der Langen Nacht erzählt er auch davon, wie sie einmal 20.000 gläserne Nachttöpfe bestellte - und wie sie diese erfolgreich verkaufte:
Wir leben in einer fantastischen Republik, sagt der Künstler Klaus Staeck. Er schildert eine Begegnung mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr während einer Bahnfahrt. Ihn beeindruckte es, dass es sich ein Land leiste, seinen obersten Militär unbewacht in der zweiten Klasse fahren zu lassen:
Besonders getroffen haben den Künstler die Ausstellungsverbote etwa für das Goethe-Institut. Sehr geholfen habe ihm dabei sein Freund Heinrich Böll:
Trailer zum Film "Beuys" (2017) auf Youtube:
Auch mit dem Künstler Joseph Beuys verband Staeck eine lange Zusammenarbeit. In dem Film über ihn kommt er als Interviewpartner zu Wort: