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StartseiteLange Nacht"Jeder Mensch trägt die ganze Gestalt des Menschseins in sich"20.10.2018, 23:05 Uhr

Eine Lange Nacht mit Michel de Montaigne"Jeder Mensch trägt die ganze Gestalt des Menschseins in sich"

Unendlich viel ist über ihn geschrieben worden: Michel de Montaigne (1533-1592), der im Alter von 38 Jahren sein Amt als Parlamentsrat in Bordeaux aufgibt und sich in den berühmten Turm auf Schloss Montaigne zurückzieht. Dabei sind seine "Essais" alles andere als Zeugnisse eines Rückzugs aus der Welt.

Von Astrid Nettling

Eine Statue des Politikers und Philosophen Michel de Montaigne steht auf der Esplanade des Quinconces in Bordeaux (Gironde/Frankreich), aufgenommen am 13.08.2012.  (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)
Statue des Politikers und Philosophen Michel de Montaigne (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)

Dieses Buch lebt von einer erstaunlichen Welthaltigkeit eines Denkens, das sich die Freiheit zu einer rückhaltlosen und bis dahin ungekannten Selbst- und Welterforschung nimmt. Eine wichtige Rolle spielt dabei seine ausgedehnte Reisetätigkeit, ebenso die Erfahrung der französischen Religionskriege, in die er als katholischer Adliger und parteiloser Vermittler immer wieder involviert wird.

Skeptisch gegenüber jedem absoluten Wahrheitsanspruch - sei es von Religion, sei es von Wissen - findet er in seinen "Essais" zu einer Toleranz gegenüber der unerschöpflichen Vielfalt menschlicher Lebensformen.

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