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Einfluss der Teilchen

Atmosphärenforschung. - In Leipzig findet noch bis morgen die Europäische Aerosol-Konferenz statt. Aerosole sind Mischungen aus Luft und winzigen Teilchen, die wesentliche Auswirkungen auf das Geschehen in der Atmosphäre haben. 600 Experten aus aller Welt diskutieren diese Wirkungen.

    Aerosole spielen eine entscheidende Rolle im atmosphärischen Geschehen, doch die Wissenschaft kann sie derzeit nicht exakt einschätzen. Während man den Einfluss von Kohlendioxid auf rund zehn Prozent genau angeben kann, sind die Schwankungsbreiten bei den Aerosolen ungeheuer groß. "Keine Wolke gibt es ohne Aerosol, und die Wolken sind der große Strahlenschutz für das Klima, und deren Behandlung birgt die größten Unsicherheiten", erklärt Professor Jost Heintzenberg, Direktor des gastgebenden Instituts für Troposphärenforschung.

    Die Aerosole sind die Kristallisationskeime für die Zusammenballungen von Wasserdampf, die die Wolken darstellen. Sie sind nicht nur auf den Menschen zurückzuführen, doch die Abgase der Zivilisation spielen eine wachsende Rolle. Von der Art der Partikel hängt die Art der Wolken ab, Salze oder Tenside legen den Keim zu weißen Wolken, die das Sonnenlicht besonders gut reflektieren. Rußpartikel dagegen führen zu dunkleren Wolken, die zu einer stärkeren Aufheizung der Erdatmosphäre führen. Diese Unterschiede werden stark von den regionalen Emissionen beeinflusst. So hat sich gezeigt, dass die Rauchwolken von chinesischen Industriegebieten zu einer zusätzlichen Reflektion von 30 bis 60 Watt Sonnenlicht führten.

    Außer den Klimaforschern kümmern sich auch die Mediziner um die Aerosole. Denn an diesen winzigen Partikeln hängen häufig krebserregende Substanzen, die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe etwa. Allerdings ist auch hier vieles ungeklärt, etwa ob schon die Aerosole allein ausreichen, um Krankheiten auszulösen.

    [Quelle: Hartmut Schade]