Dienstag, 09. August 2022

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Einspielungen mit Hans Knappertsbusch
"Intuitiv und feinsinnig"

Musiker, Freunde und Bewunderer nannten ihn einfach "Kna". Damit konnte Hans Knappertsbusch gut leben, denn um seine Person machte er kein großes Aufsehen. Ovationen des Publikums waren ihm eher unangenehm. Trotz seines kantigen, unangepassten Wesens und seines deftigen Humors war der aus Elberfeld stammende Dirigent beliebt und hochgeachtet.

Von Norbert Hornig | 22.10.2015

    Der Dirigent Hans Knappertsbusch während einer Probe bei den Bayreuther Festspielen 1958
    Uneitler Pultstar: Hans Knappertsbusch (picture-alliance / dpa)
    Über die Provinz hatte er sich in Spitzenpositionen der Musikwelt emporgearbeitet und über viele Jahre die künstlerische Ausrichtung der Bayerischen und der Wiener Staatsoper sowie der Bayreuther Festspiele maßgeblich mitbestimmt. Knappertsbusch avancierte zu einem der bedeutendsten Wagner-Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Er war aber ebenso bei Beethoven, Schubert, Brahms oder Bruckner zu Hause. Im Mittelpunkt der Sendung stehen sinfonische Werke, die Knappertsbusch in den 50er- und 60er-Jahren für verschiedene Sendeanstalten einspielte, etwa mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart. Von großem dokumentarischen Wert sind auch seine RIAS-Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern, die jetzt erstmals als offiziell lizensierte Gesamtedition veröffentlich wurden.