Paläontologie
Einst waren Nashörner auch in der Arktis zuhause

Paläontologen haben das Fossil des nördlichsten bekannten Nashorns entdeckt. Epiaceratherium itjilik war klein, hornlos und streifte vor 23 Millionen Jahren durch die Wälder der damaligen Arktis.

    Klein, schlank, mit Fell, dafür ohne Horn - so könnte das "Epiaceratherium itjilik" ausgesehen haben.
    Klein, schlank, mit Fell, dafür ohne Horn - so könnte das "Epiaceratherium itjilik" ausgesehen haben. (Canadian Museum of Nature)
    Ein Team unter Leitung des Naturkundemuseums in Ottawa fand in der kanadischen Arktis, nördlich des Polarkreises, das Fossil einer bislang unbekannten Nashorn-Art. Vor 23 Millionen Jahren, als das gefundene Nashorn lebte, herrschte in der Arktis ein gemäßigtes Klima und es wuchsen Wälder. Die Forschenden haben die Art "Epiaceratherium itjilik" genannt. "Itjilik" stammt aus der Sprache der Inuit und bedeutet in etwa "frostig".
    Genanalysen des gut erhaltenen Fossils zeigen außerdem, dass es mit europäischen Nashörnern verwandt war. Deswegen glauben die Forschenden auch, dass urzeitliche Nashörner immer wieder eine Landbrücke im Nordatlantik genutzt haben, um von Europa nach Nordamerika zu gelangen.
    Bis vor etwa fünf Millionen Jahren gab es Nashörner auf fast allen Kontinenten. Erst in der Eiszeit starben die meisten von ihnen aus. Heute gibt es noch fünf Nashorn-Arten in Afrika und Asien.
    Diese Nachricht wurde am 30.10.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.