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StartseiteSport am WochenendeVerbandsque­re­len "beschäftigen Athleten"16.02.2020

Eisschnelllauf-WeltmeisterschaftVerbandsque­re­len "beschäftigen Athleten"

Sportlich sind die Glanzzeiten im deutschen Eisschnelllauf vorbei. Doch noch schwerer wiegt die Krise im Verband. Die anstehende Präsidentenwahl treibt den Verband um. Sportdirektor Matthias Kulik rechnet damit, dass neben Pechstein-Lebensgefährte Matthias Große weitere Kandidaten zur Wahl stehen werden.

Matthias Kulik im Gespräch mit Marina Schweizer

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Patrick Beckert gewann bei der WM in Salt Lake City Bronze über 10.000 Meter (imago / VI Images)
Patrick Beckert gewann bei der WM in Salt Lake City Bronze über 10.000 Meter (imago / VI Images)
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Der Schatzmeister hatte zuletzt eine Finanzlücke ab dem Frühjahr auf 400.000 Euro beziffert – möglicherweise reicht das Geld nur noch bis in den Herbst. Der Deutsche Olympische Sportbund schickte Wirtschaftsprüfer in die Geschäftsstelle. Alles nicht erfreulich für die Athletinnen und Athleten, die gerade in Salt Lake City bei der Weltmeisterschaft antreten müssen. Die sportlichen Erwartungen waren niedrig – doch die Bronzemedaille von Patrick Beckert über die 10.000 Meter sorgte dann doch für Freude im deutschen Team.

Eine Situation, die nicht ganz einfach ist, weiß DESG-Sportdirektor der Matthias Kulik: "Wir versuchen, die Situation weitestgehend von den Trainern und Athleten wegzuhalten. Der Fokus muss auf dem Sport liegen, aber trotzdem beschäftigt die Situation die Athleten", sagte Matthias Kulik im Dlf. Aber die Medaille habe gezeigt, es sei gelungen.

Streit um das Duo Pechstein-Große

Für weitere Schlagzeilen sorgten zuletzt auch immer wieder Streitigkeiten mit Athletin Claudia Pechstein und ihrem Lebensgefährten Matthias Große. Große ist der bisher einzige Kandidat für die Präsidentenwahl des Verbandes Ende März. Der Sportdirektor geht aber davon aus, dass es Ende März bei der außerordentlichen Verbandsversammlung noch weitere Personen geben wird, die Verantwortung übernehmen wollen. Große hatte Sportdirektor Kulik unter anderem schlechten menschlichen Umgang vorgeworfen.

Claudia Pechstein aus Deutschland in Aktion. (John Locher/AP/dpa )Man muss die sportliche Leistung von Claudia Pechstein anerkenne, sagt Sportdirektor Matthias Kulik. (John Locher/AP/dpa )

Das Duo Pechstein-Große gebe es schon seit vielen Jahren, so Kulik. Claudia Pechstein sei eine Ausnahmeathletin, die es nur alle Jahrzehnte gebe. "Insofern muss man die sportliche Leistung anerkennen. Aber man sieht eben auch, dass dort die Bestrebungen vorhanden sind, auch Verantwortung im Verband zu übernehmen", sagte Kulik. Generell sei das etwas Positives. Aber man müsse es auch kritisch betrachten. 

Sorgen bereite ihm vor allem, in den Medien zu lesen, dass auf internationale Expertise verzichtet werden solle. "Wir sind momentan nicht Weltspitze - wollen es aber wieder werden. Und dazu brauchen wir internationale Expertise", betonte Kulik.

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