Kritik an Reformideen
Elterngeld: Aktueller Stand und letzte Änderungen

Überlegungen von Bundesfamilienministerin Prien zur Kürzung des Elterngeldes haben für Kritik von Familien- und Sozialverbänden gesorgt. Laut Haushaltsentwurf sollen im Etat des Familienministeriums 500 Millionen Euro eingespart werden. Details gibt es noch keine. So funktioniert derzeit das Elterngeld.

    Karin Prien steht vor einem Mikrofon, sie trägt einen roten Blazer.
    Bundesministerin Karin Prien. (IMAGO / pictureteam / IMAGO / Matthias Gränzdörfer)

    Elterngeldbezugsmodelle, Betragshöhe und Dauer

    Elterngeld bekommen Mütter und/oder Väter als Ausgleich für das Einkommen, das nach der Geburt eines Kindes wegfällt, weil sie nicht oder deutlich weniger arbeiten. Elterngeld bekommt auch, wer vor der Geburt gar nicht gearbeitet hat.
    Es gibt verschiedene Modelle für den Elterngeldbezug. Beim Basiselterngeld können Erziehungsberechtigte 14 Monate, geltend ab der Geburt, Elterngeld beziehen. Das sogenannte Elterngeld Plus kann länger bezogen werden, fällt aber im Betrag dadurch meist geringer aus. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem Gehalt vor der Geburt. Das Basiselterngeld fällt zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich aus.
    Während man Elterngeld bezieht, kann man in Teilzeit weiter arbeiten. Das wirkt sich auf die Höhe des Elterngeldes aus. Je nach Bezugsoption muss der Betrag aber dadurch nicht sinken. Eine Zusatzoption ist der sogenannte Partnerschaftsbonus, wenn beide Eltern parallel in Teilzeit arbeiten - damit verlängert sich der Bezug des Elterngeld Plus.

    Änderungen beim Elterngeld unter der Ampel-Koalition

    Seit dem 1. April 2025 gelten für das Elterngeld neue Regelungen. Die Einkommensgrenze, ab der Eltern keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben, wurde auf 175.000 Euro zu versteuerndes Einkommen für Paare und Alleinerziehende gesenkt. Zuvor hatte sie bei 200.000 gelegen, davor noch höher.
    Seit der Einführung im Jahr 2007 sind der Mindestbetrag von 300 Euro und der Höchstbetrag von 1.800 Euro nicht angepasst worden. Verbände kritisieren, dass das Elterngeld angesichts der Inflation und der steigenden Preise an Wert verliert. Zusätzlich sinkt die Geburtenrate in Deutschland, viele Verbände fordern deshalb mehr finanzielle Unterstützung für Eltern.

    Kritik an möglichen Kürzungen

    Auch aus anderen Parteien wurde Kritik an möglichen Kürzungen laut. Die familienpolitische Sprecherin der SPD, Hostert, sagte dem "Handelsblatt", sie lehne Kürzungen bei Kindern und Familien ab.Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Khan, sagte im Deutschlandfunk, Familien würden immer weiter belastet.

    CDU diskutiert über Obergrenze

    Der CDU-Parteitag hatte sich im Februar für eine Erhöhung des Elterngeldes ausgesprochen. Ein Teil des Antrags, der von der Jungen Union stammte, war auch, die Absenkung der Einkommensgrenze zurückzunehmen. CDU-Politikerin Prien hatte noch im Oktober vergangenes Jahr gegenüber dem "Handelsblatt" angekündigt, sie wolle Vätern beim Elterngeld mehr Raum geben. Die Bezugszeit solle nicht verlängert werden, aber die Mindest- und Höchstbeträge angehoben, hatte Prien damals erklärt.
    Diese Nachricht wurde am 20.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.