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Endlich mal erklärtWas ist ein Probespiel?

Das Probespiel ist das Nadelöhr, durch das sich jede Orchestermusikerin und jeder Orchestermusiker zwängen muss. Dabei ist es egal, ob sie mitspielen wollen in einem Landesjugendorchester oder bei den Berliner Philharmonikern: Das musikalische Vorstellungsgespräch ist obligatorisch.

Von Mascha Drost | 25.03.2020

Musiker mit Querflöten und Notenständern in einem Orchester.
Wer es in ein Orchester schaffen will, muss sich gut vorbereiten - und ein Orchesterspiel erfolgreich absolvieren. (imago / Blickwinkel)
Bei einem Profiorchester gilt es, mehrere Runden zu bestehen. Für die muss man unterschiedliches Repertoire vorbereiten. Los geht es mit einem Standardwerk: Bei vielen Instrumenten ist das ein Konzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Danach folgt ein großes Werk der Romantik oder Moderne. Und zum Schluss müssen die Kandidatinnen und Kandidaten mit kniffligen Passagen aus der Orchesterliteratur überzeugen: den sogenannten Orchesterstellen.
Auf einem aufgeschlagenen Kunstlexikon liegt eine Brille
Endlich mal erklärt: Ein Blick hinter die Profisprache der Kunst
Jede Szene pflegt ihre Fachausdrücke, weil sie praktisch sind, griffig und zutreffend. Spezialsprachen verbinden die Wissenden und schließen den Rest aus. Wir erklären endlich mal die Kernbegriffe der Kultur-Spezialsprachen.
Vorbereitet auf ein Probespiel werden angehende Orchestermusiker im Studium, in speziellen Kursen oder in einer Orchesterakademie. Für letztere muss man allerdings wiederum ein Probespiel absolvieren.
Aber auch die beste Vorbereitung garantiert keine Anstellung. Es gilt, trotz der nervlichen Anspannung, die bestmögliche persönliche Leitung zu zeigen und nicht zuletzt den Geschmack des Orchesters zu treffen. Selbst hervorragende Musikerinnen und Musiker brauchen oft mehrere Anläufe, bis es – mit etwas Glück und harter Arbeit – mit einer festen Stelle in ihrem Traumorchester klappt.