Kernkraft
Energieexperte Quaschning fordert Ausbau der Erneuerbaren statt Rückkehr der Atomenergie

Der Energieexperte Volker Quaschning betont 40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, die Rückkehr zur Atomenergie sei keine sinnvolle Lösung für Deutschland. Der Ingenieurwissenschaftler und Professor für Regenerative Energiesysteme sagte im Deutschlandfunk, um die Energiekosten zu stabilisieren, müsste man hunderte weitere Kernraftwerke bauen.

    Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energien an der HTW in Berlin
    Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energien an der HTW in Berlin (picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa)
    Dies sei jedoch aus technischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll. Die Kosten der jüngsten neugebauten europäischen Kernkraftwerke in Frankreich und Finnland seien, wie auch bei dem noch im Bau befindlichen Kraftwerk in Großbritannien, völlig aus dem Ruder gelaufen, so Quaschning.

    "Bundesregierung versucht Ausbau der Erneuerbaren eher zu bremsen"

    Der Professor der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin wirbt für einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie. Auch mit Blick auf die Energiekrise müsse man hier mehr Tempo machen und in dem Zusammenhang auch mehr Speicher bauen. Die Bundesregierung versuche aber den Ausbau der Erneuerbaren eher zu bremsen. Das sei das völlig falsche Signal, kritisiert der Energieexperte.
    Dass sich die öffentliche Meinung zugunsten der Atomkraft verändert habe, sieht Quaschning in dem Wunsch begründet, angesichts der steigenden Energiepreise schnell eine Lösung haben zu wollen. Einfach nur die Kernkraftwerke anschmeißen und man habe günstigen Strom, sei aber bloßer Populismus, der vor allem aus konservativen Kreisen bedient werde.
    Das ganze Interview könnnen Sie hier hören.
    Diese Nachricht wurde am 26.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.