Metastudie
Energiesparen ist eine Frage der moralischen Überzeugung

Ob jemand Energie spart, hängt hauptsächlich von seiner persönlichen Einstellung zum Thema und seinen moralischen Überzeugungen ab. Das ist das Ergebnis einer Metastudie einer Forschungsteams des Northern New Mexico College in den USA. Demnach ist es nicht das Einkommen oder das Wissen über Energiesparmaßnahmen, die Menschen bewusst mit Strom, Wasser und Wärme umgehen lassen.

    Eine Frau dreht am Regler der Heizung (gestellte Szene)
    Energie zu sparen ist vor allem eine Frage der moralischen Überzeugungen. (picture alliance/ dpa/ Christin Klose)
    Die Forscher analysierten hundert Studien aus den Bereichen Psychologie, Soziologie, Wirtschaft und Ingenieurwesen aus 42 Ländern. Über das Ergebnis berichtet das Fachmagazin "Spektrum". Menschen sind demnach eher bereit, Energie zu sparen, wenn sie eine positive Einstellung dazu haben.Für manche bedeutet das, sich bewusst zu machen, dass das eigene Verhalten etwas bewirken kann; für andere geht es darum, gezielt einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Auch die Meinung anderer spielt eine Rolle: Hat man etwa das Gefühl, dass Freunde, Nachbarn oder Familienmitglieder von einem erwarten, Strom zu sparen, achtet man automatisch stärker darauf. Wer zudem zum Beispiel Müll trennt oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, spart auch an anderer Stelle eher Energie.
    Das Team war nach eigener Darstellung überrascht darüber, dass das Wissen über die Auswirkungen des eigenen Energieverbrauchs nur einen geringen Einfluss hat. Um Menschen zu motivieren, ihre Absichten in die Tat umzusetzen, müssten tiefere Einstellungen, Vorlieben und Wünsche angesprochen werden, so ihr Fazit. So seien vermutlich Initiativen erfolgreicher, die Menschen ein gutes Gefühl beim Energiesparen gäben, statt nur darauf aufmerksam zu machen, dass sie Geld sparen könnten.
    Diese Nachricht wurde am 12.10.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.