Nach CNN-Bericht
Entrüstung über mutmaßlichen Anschlagsplan gegen Rheinmetall-Chef

Der mutmaßliche russische Anschlagsplan gegen Rheinmetall-Chef Papperger hat in der deutschen Politik Entrüstung ausgelöst. Außenministerin Baerbock kritisierte, Russland führe einen hybriden Angriffskrieg und schrecke dabei auch vor Anschlägen auf Menschen nicht zurück. Unterdessen wurden weitere Details bekannt. Demnach waren mutmaßliche Attentäter bereits in die EU eingereist.

    Portraitaufnahme von Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG (Archivfoto von Juni 2024)
    Sollte auf Rheinmetall-Chef Armin Papperger ein Anschlag verübt werden? (picture alliance I dpa I Bernd von Jutrczenka)
    Bundeskanzler Scholz hielt sich am Rande des NATO-Gipfels in Washington zu den möglichen Anschlagsplänen bedeckt. Er werde dazu im Einzelnen nichts sagen, erklärte Scholz. Man wisse aber sehr genau, dass man auf vielfältige Weise Bedrohungen durch russische Aktivitäten ausgesetzt sei.

    Faber (FDP): Russland trägt erneut Krieg und Terror nach Europa

    Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, der FDP-Politiker Faber, sagte der "Bild"-Zeitung, sollten Informationen vorliegen, welche russische Stellen in den Plan verwickelt seien, müssten Ausweisungen von Diplomaten und gegebenenfalls internationale Haftbefehle folgen. Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter sagte im ZDF, als eine Konsequenz sollten die deutschen Nachrichtendienste gestärkt und auf Augenhöhe mit jenen der Nachbarstaaten gebracht werden. Auch der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, der Grünen-Politiker von Notz, forderte eine entschlossene Reaktion.

    Medienbericht: Mutmaßliche Atttentäter waren bereits in EU eingereist

    Der Nachrichtensender CNN hatte berichtet, US-amerikanische Geheimdienste hätten Pläne für ein Attentat auf den Vorstandsvorsitzenden von Rheinmetall aufgedeckt und anschließend die deutsche Seite informiert. Papperger habe in der Folge besonders geschützt werden können. Das Vorhaben sei Teil einer ganzen Serie geplanter Anschläge auf Manager europäischer Rüstungskonzerne gewesen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sollen mehrere verdächtige Personen aus ehemaligen Sowjetrepubliken die Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf sowie ausländische Reiseziele Pappergers ausgespäht haben. Die mutmaßlichen Agenten hätten an ihren möglichen Plänen offenbar nicht weiter festgehalten, hieß es. Auch für Festnahmen sei die Beweislage nicht ausreichend gewesen.
    Von Russland gibt es bislang keine Reaktion auf die Berichte.
    Diese Nachricht wurde am 12.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.