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Interview mit Staatsssekretär Annen
Entwicklungsministerium drängt auf Reform der Weltbank

Das Bundesentwicklungsministerium drängt auf eine rasche und tiefgreifende Reform der Weltbank. Der Parlamentarische Staatssekretär Annen sagte im Deutschlandfunk, die Weltbank müsse etwa konsequenter dafür sorgen, dass in den Schwellen- und Entwicklungsländern der Übergang zu erneuerbaren Energien finanziert werde.

    Schild mit Globus-Logo und Namen der Weltbank am Eingang der Zentrale in Washington.
    Soll reformiert werden: Die Weltbank. (dpa/picture-alliance/Rainer Jensen)
    Hier würden die Indikatoren bei der Vergabe von Krediten zwar bereits angepasst; dies müsse aber ausgeweitet werden. Annen verwies auf einen derzeit in Rekordzeit entstehenden Weltmarkt für grünen Wasserstoff. Für dessen Herstellung benötigten die ärmeren Länder entsprechende Investitionen.

    "Die Weltbank ist auch ein riesiger Think-Tank"

    Der SPD-Politiker forderte auch, das die Weltbank den Ländern ermöglichen müsse, eigene Maßnahmen gegen künftige Pandemien zu finanzieren. Sie sollten etwa eine eigene Impfstoffproduktion aufbauen können. Annen verwies zudem auf das große Wissen in der Weltbank, die ein riesiger Think-Tank sei. Dieses Wissen müsse den Ländern noch in viel größerem Umfang angeboten werden als es derzeit der Fall sei.

    Erwartungen an neuen Weltbank-Präsidenten Banga

    Annen meinte, man verbinde mit der Person des künftigen Weltbank-Präsidenten Banga, der in wenigen Monaten sein Amt antrete, die Hoffnung auf mehr Klarheit. Die Weltbank müsse bei der Vergabe von Krediten künftig stärker ins Risiko gehen, und das Geld müsse effizienter verausgabt werden. Annen betonte, die ärmsten Länder seien nicht die Verursacher der Klimakrise, aber am stärksten von ihr betroffen. Deshalb hätten sie einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung.
    Diese Nachricht wurde am 14.04.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.