Koalition
Entwurf: Künftig nur noch zwölf Monate Elterngeld

Das Elterngeld soll nach einem Gesetzentwurf von Bundesfamilienministerin Prien künftig nur 12 statt 14 Monate gezahlt werden. Mütter und Väter müssen für den vollen Anspruch jeweils mindestens drei Monate statt zwei Monate eine berufliche Auszeit nehmen.

    Eine Familie geht mit einem Kinderwagen spazieren.
    Das Elterngeld ist von zentraler Bedeutung, um Familien zu stärken und Gleichstellung zu fördern, sagt Khan (picture alliance / dpa / APA / Helmut Fohringer)
    Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro angehoben werden. Wegen Sparzwängen soll Prien im nächsten Jahr 500 Millionen Euro in ihrem Etat einsparen. Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD steht, dass das Elterngeld dahingehend weiterentwickelt werden soll, dass Väter sich mehr beteiligen.
    Der Deutsche Frauenrat sieht die Kürzungen im Etat des Familienministeriums kritisch. Dieser werde im kommenden Jahr um acht Prozent schrumpfen, bis 2029 sogar um bis zu ein Fünftel, warnt die Vorsitzende von Miquel. Gespart werde ausgerechnet bei der beliebtesten familienpolitischen Leistung, dem Elterngeld.
    Der Gesetzentwurf beinhaltet auch eine Änderung des Mutterschutzgesetzes. Mit der Neuregelung werden demnach arbeitszeitliche Beschäftigungsverbote auf zwölf Monate nach der Entbindung eingeschränkt. 

    Das Elterngeld

    Eingeführt wurde das Elterngeld 2007. Die Einkommensgrenze liegt seit 1. April 2025 bei 175.000 Euro: Paare und Alleinerziehende mit einem zu versteuerndem Jahreseinkommen darüber bekommen die Leistung nicht mehr. Das Elterngeld wird derzeit 14 Monate lang gezahlt, wenn sich beide Elternteile mit jeweils mindestens zwei Monaten an der Betreuung beteiligen.
    2025 bezogen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 1,61 Millionen Menschen Elterngeld, darunter 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer.
    Diese Nachricht wurde am 07.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.