Archiv


Epsilon Eridani

Sterne sind so individuell wie Menschen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen, Altersstufen und Farben. Einige gehören zu großen Familien, während andere alleine durchs All ziehen. In dieser Vielfalt kann man Sterne finden, die uns zeigen, wie unsere Sonne in der Zukunft sein wird und wie ihre Vergangenheit war.

Von Damond Benningfield |
    Dafür ist Epsilon Eridani im Sternbild Eridanus ein Beispiel. Der Stern ist relativ blass. Wenn Sie sich jedoch weit genug von künstlichen Lichtquellen entfernen, sehen Sie ihn mit bloßem Auge. Suchen Sie ihn mit Hilfe einer Sternkarte. Am frühen Abend funkelt er ein gutes Stück über dem Südhorizont - gegen Mitternacht geht er unter.

    Mit nur 10 Lichtjahren Abstand zählt Epsilon Eridani zu unseren nächsten Sternnachbarn. Er hat etwas weniger Masse und eine leicht kühlere Oberfläche als unsere Sonne. Auf seiner Oberfläche gibt es viele Sonnenflecken und starke Gas- und Strahlungsausbrüche. Diese magnetische Aktivität deutet darauf hin, dass der Stern jünger als eine Milliarde Jahre ist - entsprechend etwa einem Fünftel des Alters unserer Sonne.

    Vermutlich ähnelte unsere Sonne im gleichen Alter sehr dem Stern Epsilon Eridani. Sie war kühler und blasser und zeigte deutlich mehr Sonnenflecken und Flares als heuzutage.

    Überdies gibt es eine weitere Gemeinsamkeit zwischen den beiden Sternen: nämlich Planeten. Unsere Sonne besitzt neun davon. Lange hegten Astronomen den Verdacht, dass auch Epsilon Eridani von Planeten umkreist wird. Vor wenigen Jahren wurde dieser Verdacht bestätigt.


    European Adaptation: Ursula Vaughan
    © 1998-2005 The University of Texas McDonald Observatory
    Unterstützt von NASA und Universitätssternwarte München