In der Berufsbildung verbirgt sich die Europäisierung hinter den Kürzeln EQR und DQR. Beides sind Raster, in denen berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten beschrieben werden können, erklärt Georg Hanf vom Bundesinstitut für berufliche Bildung.
"EQR heißt ausgeschrieben europäischer Qualifikationsrahmen, es ist ein Referenzrahmen, mit dem es möglich sein sollte, alle Qualifikationen – und Qualifikationen sind anerkannte Lernergebnisse - aufeinender zu beziehen, in ganz Europa."
Genaugenommen ist der EQR ein Raster mit Kästchen, in die eingetragen wird, was jemand gelernt hat, auf welchem Niveau er sich dabei befindet, wie lange er sich bestimmte Kenntnisse angeeignet hat und so weiter. Der Rahmen umfasst die schulische, die berufliche und auch die Hochschulbildung. In dem Rahmen können auch Qualifikationen stehen, die jemand nicht über eine Ausbildung erworben hat. Wenn jemand zum Beispiel keine abgeschlossene Lehre hat, aber nachweisbar sehr gut schweißen kann, dann würde auch das in den Rahmen eingetragen. Wie die Qualifikationen in diesen Rahmen eingestuft werden, bleibt Sache der einzelnen Länder. Sie sind daher aufgefordert auf freiwilliger Basis eigene nationale Qualifikationsrahmen zu entwickeln, die mit dem EQR kompatibel sind. In Deutschland wäre das also der DQR, der deutsche Qualifikationsrahmen. Die nationalen Berufsausbildungen bleiben davon unangetastet. Beispielsweise für eine gelernte Bürokauffrau ändert sich ...
" ... zunächst mal gar nichts. Die nationalen Systeme bleiben erstmal unberührt davon. Wenn ich jetzt möglicherweise ins Ausland gehe und mich da um einen Ausbildungsplatz bewerbe, dann könnte künftig ein Arbeitgeber in einem anderen Land mit dem EQR eine Vorinformation haben, auf welchem Niveau etwa von Kenntnissen, Fertigkeiten, sich dieser Abschluss Bürokauffrau befindet in Bezug auf das, was er kennt aus seinem eigenen Land."
Der EQR ist also eine Art Übersetzungsinstrument für die Kommunikation zwischen den Bildungssystemen der Länder Europas. Der politische Hintergrund für diese Neuorientierung ist die Absicht der EU einen "gemeinsamen europäischen Bildungsraum" zu schaffen. So weit wie die Hochschulen mit der Umstellung auf Bachelor und Master und ein einheitliches Leistungspunktesystem ist man bei den Berufsausbildungen noch nicht. Aber:
"Wir haben einen Vorschlag für einen deutschen Qualifikationsrahmen, als Transparenzinstrument, wo auch drinsteht, der soll dazu dienen, Durchlässigkeit zu erleichtern, und es soll auch möglicherweise dazu dienen, informell erworbene Kompetenzen anzuerkennen, das steht da drin."
Vier Arbeitsgruppen aus den Berufsgruppen Metall/Elektro, IT, Handel und Gesundheit haben diesen Vorschlag erarbeitet. Ziel der Qualifikationsrahmen soll es auch sein, das lebenslange Lernen zu fördern. Durch die Auflistung aller Kenntnisse und Fertigkeiten soll es auch besser möglich werden, an diese Qualifikationen anzuschließen und immer weiter Qualifikationen zu erwerben.
"Es wird nun geprüft, wie tauglich der Vorschlag dafür ist, dass man die bestehenden Qualifikationen, die wir hier und heute haben, in diesen Rahmen einordnet und was dann passiert."
Die Prüfungsphase wird noch bis Anfang 2010 dauern. Bis Ende des Jahres soll zunächst mal eine grobe Verbindung zwischen dem nationalen Qualifikationsrahmen und dem EQR geschaffen werden. Und bis 2012 dann soll jede Qualifikation in den Rahmen erfassbar sein.
Offizielle Homepage des Bundesbildungsministeriums zum Deutschen Qualifikationsrahmen: http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de
Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage im Bundestag zu den Auswirkungen des Deutschen Qualifikationsrahmens:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/069/1606907.pdf
Eher kritische Positionen der Bildungsgewerkschaft GEW:
http://www.gew.de/Deutscher_Qualifikationsrahmen_-_DQR.html
"EQR heißt ausgeschrieben europäischer Qualifikationsrahmen, es ist ein Referenzrahmen, mit dem es möglich sein sollte, alle Qualifikationen – und Qualifikationen sind anerkannte Lernergebnisse - aufeinender zu beziehen, in ganz Europa."
Genaugenommen ist der EQR ein Raster mit Kästchen, in die eingetragen wird, was jemand gelernt hat, auf welchem Niveau er sich dabei befindet, wie lange er sich bestimmte Kenntnisse angeeignet hat und so weiter. Der Rahmen umfasst die schulische, die berufliche und auch die Hochschulbildung. In dem Rahmen können auch Qualifikationen stehen, die jemand nicht über eine Ausbildung erworben hat. Wenn jemand zum Beispiel keine abgeschlossene Lehre hat, aber nachweisbar sehr gut schweißen kann, dann würde auch das in den Rahmen eingetragen. Wie die Qualifikationen in diesen Rahmen eingestuft werden, bleibt Sache der einzelnen Länder. Sie sind daher aufgefordert auf freiwilliger Basis eigene nationale Qualifikationsrahmen zu entwickeln, die mit dem EQR kompatibel sind. In Deutschland wäre das also der DQR, der deutsche Qualifikationsrahmen. Die nationalen Berufsausbildungen bleiben davon unangetastet. Beispielsweise für eine gelernte Bürokauffrau ändert sich ...
" ... zunächst mal gar nichts. Die nationalen Systeme bleiben erstmal unberührt davon. Wenn ich jetzt möglicherweise ins Ausland gehe und mich da um einen Ausbildungsplatz bewerbe, dann könnte künftig ein Arbeitgeber in einem anderen Land mit dem EQR eine Vorinformation haben, auf welchem Niveau etwa von Kenntnissen, Fertigkeiten, sich dieser Abschluss Bürokauffrau befindet in Bezug auf das, was er kennt aus seinem eigenen Land."
Der EQR ist also eine Art Übersetzungsinstrument für die Kommunikation zwischen den Bildungssystemen der Länder Europas. Der politische Hintergrund für diese Neuorientierung ist die Absicht der EU einen "gemeinsamen europäischen Bildungsraum" zu schaffen. So weit wie die Hochschulen mit der Umstellung auf Bachelor und Master und ein einheitliches Leistungspunktesystem ist man bei den Berufsausbildungen noch nicht. Aber:
"Wir haben einen Vorschlag für einen deutschen Qualifikationsrahmen, als Transparenzinstrument, wo auch drinsteht, der soll dazu dienen, Durchlässigkeit zu erleichtern, und es soll auch möglicherweise dazu dienen, informell erworbene Kompetenzen anzuerkennen, das steht da drin."
Vier Arbeitsgruppen aus den Berufsgruppen Metall/Elektro, IT, Handel und Gesundheit haben diesen Vorschlag erarbeitet. Ziel der Qualifikationsrahmen soll es auch sein, das lebenslange Lernen zu fördern. Durch die Auflistung aller Kenntnisse und Fertigkeiten soll es auch besser möglich werden, an diese Qualifikationen anzuschließen und immer weiter Qualifikationen zu erwerben.
"Es wird nun geprüft, wie tauglich der Vorschlag dafür ist, dass man die bestehenden Qualifikationen, die wir hier und heute haben, in diesen Rahmen einordnet und was dann passiert."
Die Prüfungsphase wird noch bis Anfang 2010 dauern. Bis Ende des Jahres soll zunächst mal eine grobe Verbindung zwischen dem nationalen Qualifikationsrahmen und dem EQR geschaffen werden. Und bis 2012 dann soll jede Qualifikation in den Rahmen erfassbar sein.
Offizielle Homepage des Bundesbildungsministeriums zum Deutschen Qualifikationsrahmen: http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de
Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage im Bundestag zu den Auswirkungen des Deutschen Qualifikationsrahmens:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/069/1606907.pdf
Eher kritische Positionen der Bildungsgewerkschaft GEW:
http://www.gew.de/Deutscher_Qualifikationsrahmen_-_DQR.html