Archiv

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

San Francisco verbietet Gesichtserkennung-Software +++ Bei WhatsApp gab es eine Sicherheitslücke +++ Facebook schränkt Live-Streams ein +++ China sperrt die Online Enzyklopädie Wikipedia +++ Satire zur Europawahl ist auf Twitter nicht erlaubt +++ Der Mobilfunk hängt das Festnetz beim Telefonieren ab +++ DHL liefert in China nun per Drohne aus

Von Michael Stang | 18.05.2019

Leider liegt für dieses Bild keine Bildbeschreibung vor
Wochenrückblick aus der IT-Welt – das Info-Update bei „Computer und Kommunikation“ (Deutschlandradio)
San Francisco verbietet Gesichtserkennung-Software
Der Stadtrat der kalifornischen Metropole hat diese Woche seinen Behörden und der Polizei den Einsatz entsprechender Software untersagt. Die Gefahr, die diese Technik für die Bürgerrechte bedeute, sei größer als ihr Nutzen, begründeten die Politiker ihre Entscheidung. Eine Gesichtserkennung bedrohe "unsere Möglichkeit, frei von dauerhafter Beobachtung durch die Regierung zu leben", heißt es in der Stop Secret Surveillance Ordinance genannten Verordnung. Sie tritt in Kraft, wenn Bürgermeisterin London Breed sie ratifiziert hat. San Francisco ist damit die erste Stadt in den USA, die den Einsatz von Gesichtserkennung verbietet. Das Verbot gilt jedoch nicht auf den Flughäfen sowie in anderen Einrichtungen, die von US-Bundesbehörden betrieben werden.
Quelle: Stop Secret Surveillance Ordinance | Golem | Heise 

Bei WhatsApp gab es eine Sicherheitslücke
Facebook hatte Anfang der Woche eine Sicherheitswarnung an die Nutzer des Messenger-Dienstes WhatsApp herausgegeben und den Appell diese App umgehend zu aktualisieren. Grund war eine Sicherheitslücke, über die Hacker Spionagesoftware auf dem Smartphone installieren können. Nach Angaben von WhatsApp sei die Lücke mit dem jüngsten Update geschlossen worden. Seine Kunden rief das Unternehmen auf, die App umgehend zu aktualisieren. Wie viele Nutzer von der Sicherheitslücke betroffen sind, teilte WhatsApp zunächst nicht mit.
Quelle: Facebook | Guardian 

Facebook schränkt Live-Streams ein
Zwei Monate nach dem Anschlag im neuseeländischen Christchurch auf zwei Moscheen mit 51 Toten verschärft Facebook die Regeln für Livestreams. Nutzer können bereits bei einem schweren Verstoß gegen Firmenregeln eine Zeit lang von der Übertragung von Live-Videos ausgeschlossen werden, teilte der US-Konzern mit. Neben Facebook wollen auch YouTube, Twitter, Google und andere Internet-Giganten gegen Online-Propaganda von Extremisten vorgehen. Am Mittwoch unterzeichneten neun Konzerne bei einem Gipfeltreffen in Paris den "Christchurch-Aufruf". Die Unternehmen - darunter auch Microsoft und Amazon - verpflichten sich damit, "transparente und zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen, um das Hochladen von terroristischen und gewalttätigen extremistischen Inhalten zu verhindern".
Quelle: AFP

China sperrt die Online Enzyklopädie Wikipedia
Kurz vor dem 30-jährigen Jubiläum der Tiananmen-Proteste hat die Regierung in Peking seine Zensur ausgeweitet. Am Mittwoch waren in China keine Wikipedia-Seiten aufrufbar. Einem Bericht der Offenen Beobachtungsstelle für Netzwerkeingriffe (Ooni) zufolge begann Peking bereits im vergangenen Monat damit, die Seiten der Enzyklopädie in allen Sprachen zu sperren. Zuvor war Wikipedia in den meisten Sprachen verfügbar, außer in der chinesischen Version, die bereits 2015 blockiert worden war.
Quelle: DPA | AFP

Satire zur Europawahl ist auf Twitter nicht erlaubt
Seit Anfang Mai klagten viele Nutzer des Kurznachrichtendienstes in Deutschland, dass sie von Twitter gesperrt wurden, darunter die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, der IT-Rechtsanwalt Thomas Stadler und der Schriftsteller Tom Hillenbrand. Letzterer hatte in einem Tweet AfD-Mitglieder aufgerufen, ihren Wahlzettel für die Europawahl zu unterschreiben und anschließend aufzuessen. Grund für die Sperrungen ist offenbar die seit April geltende "Richtlinie zur Integrität von Wahlen". Demnach ist es Nutzern "nicht erlaubt, die Dienste von Twitter mit dem Ziel zu nutzen, Wahlen zu manipulieren oder zu beeinträchtigen." Darunter falle das Posten oder Teilen von Inhalten, die sich negativ auf die Wahlbeteiligung auswirken oder falsche Angaben zum Termin, zum Ort oder zum Ablauf einer Wahl machen.
Quelle: Twitter | SPON | ZEIT

Der Mobilfunk hängt das Festnetz beim Telefonieren ab
Die Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr erstmals mehr mobil als im Festnetz telefoniert. Rund 119 Milliarden abgehende Gesprächsminuten gab es 2018 im Mobilfunk, im Festnetz hingegen nur noch 107 Milliarden Gesprächsminuten, heißt es im Jahresbericht der Bundesnetzagentur. Seit dem Wegfall der Roaming-Gebühren in der Europäischen Union nutzen Bundesbürger den Mobilfunk auch häufiger im Ausland. Das mit deutschen Mobilfunkverträgen im Ausland genutzte Datenvolumen stieg 2018 auf rund 66,4 Millionen Gigabyte, das ist fast doppelt so viel wie 2017. Bei Telefonaten aus dem EU-Ausland betrug das Plus 14 Prozent auf etwa 2,9 Milliarden Gesprächsminuten.
Quelle: Bundesnetzagentur

DHL liefert in China nun per Drohne aus
Mit einem Jungfernflug in Guangzhou haben DHL und der Drohnen- Hersteller Ehang erstmals Waren ausgeliefert. Die Unternehmen haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um einen vollautomatischen Drohnenlieferdienst in China zu etablieren. Nach Angaben von DHL werden mit den Drohnen täglich Sendungen über eine acht Kilometer lange Strecke zwischen einem DHL-Servicezentrum und Kunden transportiert. Statt einer Fahrzeit von rund 40 Minuten wird die Lieferzeit auf acht Minuten verkürzt. Bei dem Fluggerät handelt es sich um einen Copter mit acht Rotoren, die an vier Armen angebracht sind.
Quelle: Heise | SPON | Golem