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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update30.03.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

5G-Auktion knackt die Milliardenmarke +++ Europaweite Ausstrahlung von TV-Sendungen wird erleichtert +++ Facebook setzt Schranken für Wahlwerbung +++ Richterin empfiehlt ein iPhone-Verkaufsverbot in den USA +++ Kuba und Google wollen bei Internetzugang zusammenarbeiten +++ E-Mail legt Behörden lahm

Von Lucian Haas

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(Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft – das Info-Update aus „Computer und Kommunikation“ (Deutschlandradio)

5G-Auktion knackt die Milliardenmarke

Derzeit bieten die Mobilfunkunternehmen Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica O2 sowie Drillisch für die Nutzung der Mobilfunkfrequenzen für den Standard 5G. In der Versteigerung wurde bereits die Marke von einer Milliarde Euro übertroffen. Zum Wochenende lag die Summe der Höchstgebote bei rund 1,6 Milliarden Euro. Das gab die Bundesnetzagentur bekannt. Es wird allerdings damit gerechnet, dass die Erlöse noch deutlich höher ausfallen. Die Versteigerung kann noch einige Wochen andauern. Experten rechnen mit Einnahmen für den Staat von drei bis fünf Milliarden Euro. Der Bund will das Geld in die Digitalisierung stecken. Die 5G-Auktion läuft solange, bis in einer Runde kein Bieter mehr bereit ist, ein höheres Gebot abzugeben. Derweil kündigte United Internet an, zu der Drillisch als Unternehmenstochter gehört, ein eigenes bundesweites Mobilfunknetz aufbauen zu wollen. Bei der aktuellen 5G-Auktion geht es um Frequenzenbereiche mit geringer Reichweite, die für die Versorgung von Ballungszentren interessant sind. In künftigen Auktionen wird es um Flächenfrequenzen gehen. Nach Angaben von Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, werde sich Drillisch auch daran beteiligen. Im Gegensatz zu Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica hat Drillisch bisher kein eigenes Netz, sondern mietet nur entsprechende Kapazitäten.

Quellen: Bundesnetzagentur, Agenturen


Europaweite Ausstrahlung von TV-Sendungen wird erleichtert

Das EU-Parlament hat den Entwurf einer Richtlinie verabschiedet, die die Online-Verbreitung von Rundfunkinhalten neu regelt. Damit soll der grenzüberschreitende Zugang zu den Inhalten der Sender im Internet vereinfacht werden – ohne ein sogenanntes Geoblocking. Künftig sollen europäische Rundfunkstationen Lizenzrechte für eigenproduzierte und komplett eigenfinanzierte Sendungen nur noch im eigenen Land klären müssen, um sie dann im Fernsehen oder in Mediatheken grenzüberschreitend in der EU anbieten zu dürfen. Das gilt auch für Nachrichtensendungen oder Beiträge zum aktuellen Zeitgeschehen. National beschränkt bleiben allerdings weiterhin die Berichte über Sportereignisse im Fernsehen und im Radio. Die Richtlinie muss noch vom EU-Rat gebilligt und im Amtsblatt veröffentlicht werden. Die Mitgliedsstaaten haben dann 24 Monate Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzusetzen.

Quelle: EU-Parlament


Facebook setzt Schranken für Wahlwerbung

Das soziale Netzwerk hat angekündigt, die Integrität von Wahlen mit neuen Tools schützen zu wollen. Schon zur Europawahl soll politische Werbung auf Facebook unterbunden werden, wenn diese aus dem Ausland finanziert wird. Damit soll in den jeweiligen EU-Staaten eine ausländische Einflussnahme auf die Abstimmung verhindert werden. Für einen Kandidaten aus Deutschland soll zum Beispiel keine Wahlwerbung aus Frankreich, Russland oder den USA geschaltet werden können. Erreicht werden soll das, indem Kandidaten beziehungsweise ihre Werbetreibenden ihre Herkunft und Identität nachweisen müssen. Geschaltete Anzeigen sollen zur Kontrolle bis zu sieben Jahre lang in einer öffentlich zugänglichen Datenbank gespeichert werden. Die Regeln beziehen sich auf jegliche Werbung, die Politiker oder politische Parteien zum Inhalt hat, gelten aber auch für Versuche, Menschen allgemein zur Wahl aufzufordern oder sie davon abzuhalten.

Quelle: Facebook 


Richterin empfiehlt ein iPhone-Verkaufsverbot in den USA

Hintergrund ist ein seit langem schwelender Patentstreit zwischen Qualcomm und Apple. Die US-Handelsbehörde ITC veröffentlichte ein vorläufiges Urteil, in dem Apple ein Patentverstoß nachgewiesen wird, bei dem es um Techniken zur Energie-Einsparung bei Smartphones geht. Die zuständige Richterin empfahl deshalb ein Verkaufsverbot für bestimmte Iphone-Modelle. Bevor ein Verbot in den USA tatsächlich ausgesprochen werden kann, müssen aber noch weitere Gremien prüfen, ob dies im Interesse der Öffentlichkeit ist. Am Ende müsste auch der US-Präsident Donald Trump einem Verkaufsverbot zustimmen.

Quellen: ZDNet, CNet


Kuba und Google wollen bei Internetzugang zusammenarbeiten

Trotz der politischen Spannungen zwischen den USA und Kuba verhandeln die kubanische Telefongesellschaft Etecsa und der US-Internetkonzern Google darüber, ihre Netzwerke direkt und kostenfrei zusammenzuschließen. In dieser Woche unterzeichneten sie eine entsprechende Absichtserklärung. Die Kopplung soll den Internetzugang in Kuba verbessern. Zudem soll sie eine schnellere Versorgung mit Google Services wie die Google Suche und Youtube ermöglichen. Erst im vergangenen Dezember hatte Kuba die Nutzung mobiler Internetverbindungen für Privatpersonen erlaubt. 2015 hatte der damalige US-Präsident Barack Obama die Handelsbeschränkungen der USA gegenüber Kuba teilweise gelockert. Dazu zählt die Möglichkeit, dass US-Unternehmen Kuba mit bestimmten Telekommunikationsdiensten versorgen dürfen.

Quellen: Etecsa, Agenturen 


E-Mail legt Behörden lahm

In Hamburg hat eine Systemadministratorin aus Versehen eine E-Mail an einen Verteiler mit 65.000 Empfängern in den örtlichen Behörden verschickt. Viele antworteten darauf, und zwar ebenfalls an alle 65.000 Empfänger. So kam es zu einer Art Kettenreaktion, die die E-Mail-Server der Hansestadt überlastete. Rund zweieinhalb Stunden kam es zu starken Einschränkungen im E-Mailverkehr. Erst dann war es gelungen, die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur wieder zu normalisieren.

Quelle: Agenturen, Golem

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