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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update06.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Die Cyberagentur zieht an den Flughafen Leipzig/Halle +++ Textnachrichten können iPhones lahmlegen +++ Das 700-Megahertz-Band steht dem Mobilfunk zur Verfügung +++ Eine App zeigt Grüne Welle +++ Europas Autos werden nicht standardmäßig per WLAN vernetzt +++ Symantec steht vor dem Verkauf.

Von Lucian Haas

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(Deutschlandradio)
Wochenrückblick aus der IT-Welt – das Info-Update bei "Computer und Kommunikation" (Deutschlandradio)

Die Cyberagentur zieht an den Flughafen Leipzig/Halle

Das Bundesinnenministerium und das Bundesverteidigungsministerium haben sich darauf verständigt, die neue Cyberagentur mit rund 100 Arbeitsplätzen am Flughafen Leipzig/Halle anzusiedeln. Das Gelände ist allerdings erst ab 2022 bezugsfertig. Deshalb soll die Cyberagentur in einer Interimsphase zunächst in Halle starten. In der Agentur werden IT-Spezialisten zu Sicherheitsfragen bei Behörden, der Polizei und der Bundeswehr forschen. Zu den Themen zählen neben Künstlicher Intelligenz und Quantentechnik auch die aktive Cyberabwehr. Nach Darstellung des Bundesrechnungshofs könnte die finanzielle Ausstattung der Agentur aber unzureichend sein. Die Ministerien hatten ursprünglich für die Cyberagentur einen Finanzbedarf von 365 Millionen Euro bis 2022 genannt. Der geltende Finanzplan des Bundeshaushalts sieht für diesen Zeitraum aber nur 222,5 Millionen Euro vor.

Quelle: Heise, Golem


Textnachrichten können iPhones lahmlegen

iPhones und iPads, die noch mit einer älteren Betriebssystemsversion als iOS 12.3 arbeiten, können durch manipulierte Textnachrichten gewissermaßen ausgeknockt werden. Ein Fehler in Apples Nachrichten-App iMessenger kann dazu führen, dass ein wichtiger Prozess des Betriebssytems in eine Dauerschleife geht. Die iPhones werden dann unbrauchbar und können nur reaktiviert werden, indem man sie einmal komplett löscht und neu aufsetzt oder über den Wiederherstellungsmodus reaktiviert. Sicherheitsforscher von Google hatten den Fehler im April entdeckt und an Apple gemeldet. Jetzt machten sie den sogenannten Exploit auch öffentlich. Von Apple wurde der Fehler im Mai mit der neuen iOS-Version 12.3 behoben. Ältere iPhones und iPads, die iOS 12 nicht unterstützen, bleiben aber offenbar verwundbar.

Quelle: Project Zero


Das 700-Megahertz-Band steht dem Mobilfunk zur Verfügung

Seit Anfang Juli dürfen Mobilfunkanbieter Frequenzen im Spektrum von 700 Megahertz für ihre Anwendungen nutzen. Das gab die Bundesnetzagentur in Bonn bekannt. Ursprünglich wurde das Frequenzband unter anderem für die Übertragung des terrestrischen digitalen Fernsehens DVB-T genutzt. Durch Umstellung auf DVB-T2, das in einem tieferen Frequenzbereich sendet, wurde das 700-Megahertz-Band aber frei. Die Frequenzen aus dieser sogenannten 2. Digitalen Dividende wurden 2015 an die Mobilfunk-Netzbetreiber versteigert. Das Spektrum um 700 Megahertz bietet eine hohe Reichweite und eignet sich deshalb gut für die Flächenversorgung. Die Netzbetreiber wollen es vor allem nutzen, um Funklöcher in ländlichen Regionen zu schließen.

Quelle: Bundesnetzagentur


Eine App zeigt grüne Welle

Radfahrer in Düsseldorf können künftig mit Hilfe einer Smartphone-App auf grüner Welle durch die Stadt fahren. Die App "Traffic Pilot" zeigt ihnen an, ob die nächste Ampel, auf die sie zufahren, noch bei Grün erreichbar ist. Sie soll helfen, mit dem Fahrrad flüssiger durch die Stadt zu kommen, ohne unnötige Stopps oder starke Brems- oder Beschleunigungsmanöver. Steht man an einer roten Ampel, zeigt die App einen Countdown bis zur nächsten Grünphase. Traffic Pilot ist für iOS und Android verfügbar. Die App entstand im Rahmen eines Forschungsvorhabens zum Thema vernetztes Fahren. Aktuell werden nur Straßenzüge in den Stadtteilen Oberkassel und Friedrichstadt davon abgedeckt. Bis Ende des Jahres soll der Service aber auf das ganze Stadtgebiet von Düsseldorf erweitert werden. Nach Beschreibung des Herstellers soll die App in einem Pkw-Modus auch fürs Auto funktionieren.

Quelle: Heise


Europas Autos werden nicht standardmäßig per WLAN vernetzt

Die EU-Kommission hatte ein Rahmenregelwerk für die kommende Vernetzung von Autos geplant. Darin war vorgesehen, einen speziellen WLAN-Standard zu nutzen, über den Pkw auf kurzen Strecken untereinander kommunzieren sollten. Allerdings hat eine Mehrheit von EU-Mitgliedsländern, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, eine Festlegung auf diese Funknorm nun abgelehnt. Als Alternative stellten sie den Einsatz von Mobilfunktechnik auf Basis von LTE und 5G zur Diskussion. Die weiteren Abstimmungen dürften sich aber noch länger hinziehen. Mit der Vernetzung von Pkw untereinander will die EU den Straßenverkehr effizienter machen und vor allem Unfälle reduzieren.

Quelle: Heise, Golem


Symantec steht vor dem Verkauf

Der US-amerikanische Chiphersteller Broadcom plant offenbar die Übernahme des weltweit größten Antivirus-Anbieters Symantec. Laut Medienberichten sollen die Verhandlungen beider Unternehmen weit fortgeschritten sein. Sie könnten innerhalb weniger Wochen zur Einigung kommen. Symantecs Wert wird von Experten auf rund 15 Milliarden Dollar taxiert. Im vergangenen Jahr hatte Broadcom noch die Übernahme seines Konkurrenten Qualcomm geplant. Diese wurde aber von US-Präsident Donald Trump wegen nationaler Sicherheitsbedenken verhindert. Der Griff nach dem Software-Unternehmen Symantec gilt als Hinweis auf einen Strategiewandel bei Broadcom. Das Unternehmen versucht seit geraumer Zeit neue Einnahmequellen zu finden, um von seinem Kerngeschäft mit Funkchips weniger abhängig zu sein.

Quelle: Winfuture

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