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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update19.10.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Apple, Google und Amazon sind weiterhin die wertvollsten Marken der Welt +++ Die EU-Kommission geht gegen den Chiphersteller Broadcom vor +++ Eine große Plattform für Kinderpornografie im Darknet wurde gestoppt +++ Die Gesellschaft der Digitalwährung Libra ist gestartet +++ Libanesen verhindern eine Steuer auf Whatsapp-Anrufe +++ Yahoo-Groups verlieren ihr Gedächtnis +++ Für Katholiken gibt es jetzt einen smarten Rosenkranz

Von Lucian Haas

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(Deutschlandradio)
Wochenrückblick aus der IT-Welt – das Info-Update (Deutschlandradio) (Deutschlandradio)

Apple, Google und Amazon sind weiterhin die wertvollsten Marken der Welt

Die drei großen Technologie-Firmen Apple, Google und Amazon stehen auf der aktuellen, jährlich veröffentlichten Rangliste der Marktforschungsfirma Interbrand ganz oben. Microsoft liegt auf Platz vier. Erst dahinter folgt etwas abgeschlagen auf Platz fünf Coca-Cola. Zwar legen Wettbewerbshüter verstärkt ein Augenmerk auf die Marktmacht der Tech-Konzerne. Doch das hat deren Wert bisher nicht vermindert. Für Apple beispielsweise gibt Interbrand einen Markenwert von 234 Milliarden Dollar an. Nur bei Facebook sehen die Marktforscher einen Rückgang des Wertes um rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf knapp 40 Milliarden Dollar. Das Online-Netzwerk fiel damit vom neunten auf den vierzehnten Platz in der globalen Rangliste. Interbrand berechnet den Markenwert auf Basis von Geschäftszahlen, der Wirkung der Marke auf die Kunden sowie einer Einschätzung der Fähigkeit, in der Zukunft Gewinne zu sichern. Der Software-Konzern SAP aus Deutschland kommt in dieser Liste mit einem Markenwert von 25,1 Milliarden Dollar auf Platz 20.

Quelle: Interbrand


Die EU-Kommission geht gegen den Chiphersteller Broadcom vor

Die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager hat dem US-Konzern eine wettbewerbswidrige Nutzung seiner Marktmacht vorgeworfen. In Verträgen Broadcoms mit seinen Hauptkunden seien Klauseln enthalten, die den Kunden gewisse Rabattvorteile oder den Zugang zu neuen Technologien nur einräumen, wenn sie bestimmte Komponenten ausschließlich von Broadcom beziehen. Die Kommission erließ eine einstweilige Anordnung gegen Broadcom, solche Praktiken sofort zu stoppen. Vestager setzte dem Konzern eine Frist bis Mitte November, um bestehende Verträge anzupassen. Broadcom ist der weltweit größte Anbieter von Chipsätzen für Digitaldecoder, Modems und WLAN-Geräte. Bereits im Sommer hatte die EU-Kommission wettbewerbsrechtliche Untersuchungen gegen Broadcom eingeleitet. Diese sind noch nicht abschlossen. Einstweilige Maßnahmen kann die EU bereits verhängen, wenn es schon auf den ersten Blick Anhaltspunkte gibt, dass der Wettbewerb dringend geschützt werden muss.

Quelle: dpa


Eine große Plattform für Kinderpornografie im Darknet wurde gestoppt

Es handelt sich um eine Seite namens "Welcome to Video". Über sie wurden weltweit kinderpornographische Bilder und Videos gegen Bezahlung verbreitet. Sie funktionierte laut Angaben der US-Justiz auf anonymer Basis mit Hilfe des Kryptogeldes Bitcoin. Aufgedeckt wurde die Plattform schon im März 2018. Ermittler aus den USA, Südkorea, Deutschland und weiteren Staaten waren an dem Coup beteiligt. Allerdings gaben sie das erst jetzt bekannt, um Zeit für weitere Untersuchungen zu gewinnen. Mittlerweile wurden 338 Nutzer festgenommen, angeklagt und zum Teile auch verurteilt – darunter der mutmaßliche Betreiber der Website, ein 23-jähriger Südkoreaner. Um dem Betreiber der Seite und dem Standort des Servers auf die Spur zu kommen, hatten die Beamten Tausende von Bitcoin-Transaktionen im Netz analysiert und rückverfolgt. Die Ermittler stellten rund acht Terabyte an Daten sicher. Darunter rund 250.000 kinderpornografische Videos.

Quelle: Heise


Die Gesellschaft der Digitalwährung Libra ist gestartet

Schon vor Monaten hatte Facebook angekündigt, 2020 eine eigene Digitalwährung namens Libra einführen zu wollen. Anfang der Woche ist nun in Genf die Libra Association gegründet worden. Sie soll die Digitalwährung verwalten. Zum Start schlossen sich 21 Unternehmen als Gründungsmitglieder der neuen Gesellschaft an. Neben der Facebook-Tochter Calibra gehören unter anderem Spotify, Uber und Vodafone dazu. Andere Finanzdienstleister und Handelsplattformen wie Paypal, Mastercard, Visa, Ebay und die Online-Reisefirma Booking Holdings hatten ursprünglich auch Interesse an Libra gezeigt. Sie stiegen aus dem Kreis der potenziellen Partner aber wieder aus. Ein Grund ist die starke Kritik an den Libra-Plänen durch Politik und Zentralbanken. Sie fürchten, dass die Digitalwährung die Hoheit von Notenbanken aushöhlen könnte.

Quelle: Golem


Libanesen verhindern eine Steuer auf Whatsapp-Anrufe

Die Regierung des Libanon wollte für die Nutzung von Voice-over-IP Diensten eine besondere Steuer erheben. Das Anrufen per WhatsApp hätte dann für die Nutzer einen Aufschlag von bis zu sechs US-Dollar auf die monatliche Mobilfunkrechnung bedeutet. Allerdings gab es kurz nachdem die Regierung ihre Pläne angekündigt hatte, im Libanon die größten Demonstrationen seit Jahren. Die Menschen blockierten Straßen, um gegen die neue Steuer zu protestieren. In der Hauptstadt Beirut kam es laut Medienberichten zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei – mit Dutzenden Verletzten auf beiden Seiten. Wenige Stunden später verfügte der libanesische Premierminister Saad Hariri, die Steuerpläne wieder fallenzulassen. Die massiven Proteste ereigneten sich vor dem Hintergrund einer wachsenden Wirtschaftskrise im Libanon. Die neue Steuer auf Voice-over-IP Anrufe sollte jährlich rund 250 Millionen US-Dollar in die Kassen des Landes spülen.

Quelle: Heise


Yahoo-Groups verlieren ihr Gedächtnis

Seit 2001 betreibt Yahoo einen öffentlichen Diskussions- und Forendienst namens Yahoo-Groups. Doch damit ist bald Schluss – zumindest in der bekannten Form. Laut Angaben von Yahoo werden Nutzer der Plattform ab dem 28. Oktober dort keine neuen Dateien mehr hochladen können. Mitte Dezember will das Unternehmen zudem alle jemals geposteten Inhalte löschen. Dazu gehören Dokumente, Umfragen, Fotos, Kalendereinträge und Unterhaltungen. Bis dahin haben Nutzer die Möglichkeit, die entsprechenden Daten auf ihren eigenen Computer herunterzuladen. Die Seite der Yahoo-Groups bleibt auch in Zukunft bestehen. Allerdings wird es dort keine öffentlichen, sondern nur noch private Gruppen geben können, die sich per Email austauschen können. Deren Mitglieder werden jeweils von einem Administrator verwaltet.

Quelle: Heise, Yahoo


Für Katholiken gibt es jetzt einen smarten Rosenkranz

Der Vatikan hat ihn in Zusammenarbeit mit Acer vorgestellt. Es handelt sich um ein smartes Armband, ein sogenanntes Wearable, namens eRosary, das vor allem jungen Nutzern dabei helfen soll, das Beten des Rosenkranzgebetes zu lernen. Dafür verbindet sich das Gerät mit einer Smartphone-App, die durch verschiedene Gebete führt. eRosary ist wie ein verkleinerter Rosenkranz aufgebaut. Neben den typischen Perlen trägt das Armband ein Kreuz, in dem Akku und Technik untergebracht sind, darunter Sensoren, die das Gerät auch zum Fitness-Tracker machen. Wenn sich der Nutzer mit der Hand bekreuzigt, an deren Gelenk das eRosary sitzt, startet über die zugehörige App automatisch das Rosenkranzgebet. eRosary gehört zu Click to Pray. Das ist die offizielle Gebets-App des Pope’s Worldwide Prayer Network – ein soziales Netzwerk für religiöse Menschen, bei dem auch Papst Franziskus ein Konto haben soll.

Quelle: Popesprayer.va

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