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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update04.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Ein DNA-Computer kann Quadratwurzeln berechnen +++ Die Bahn will ein zusammenhängendes WLAN-Netz aufbauen +++ Whatsapp sperrt den Export einzelner Chatverläufe +++ Google verzichtet auf einen Steuerspar-Trick +++ Für Tuvalu ist das Internet eine große Einnahmequelle +++ Jeder Zehnte will in 2020 digital enthalsamer sein

Von Lucian Haas

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(Deutschlandradio)
Wochenrückblick aus der IT-Welt - das Info-Update bei „Computer und Kommunikation“ (Deutschlandradio)

Ein DNA-Computer kann Quadratwurzeln berechnen

Forscher der University of Rochester haben gezeigt, dass man mit dem Erbmolekül DNA nicht nur Daten speichern, sondern auch Rechenoperationen ausführen kann. Sie konstruierten eine Art Bio-Computer, der mit Hilfe von DNA-Strängen unter anderem die Quadratwurzel von 900 berechnen kann. Das System besteht aus 32 DNA-Strängen, die miteinander wechselwirken. Jeweils zehn Nukleotide, das sind die Grundbausteine der DNA, codieren dabei einen Zahlenwert. Nach Angaben der Forscher ist das System damit grob mit einem 10-Bit Rechner vergleichbar. Jede codierte Zahl und auch die Ergebnisse der Berechnungen sind in dem System mit Fluoreszenz-Markern verbunden. Das heißt: Die Forscher müssen nachsehen, an welcher Stelle und in welcher Farbe die DNA-Stränge aufleuchten. All das ist sehr aufwendig und bisher nur Grundlagenforschung. Es geht darum, alternative Rechnerarchitekturen zu den bekannten binären Silizium-Schaltkreisen zu erproben.

Quelle: Winfuture


Die Bahn will ein zusammenhängendes WLAN-Netz aufbauen

Es soll einen nahtlosen Internetzugang in einem einheitlichen Netz sowohl in Zügen wie an Bahnhöfen bieten, um unterbrechungsfreies Surfen und Telefonieren zu ermöglichen. Das hat der Digital-Vorstand der Deutschen Bahn, Sabina Jeschke, angekündigt. Bislang bietet die Deutsche Bahn flächendeckend nur in ihren ICE-Zügen kostenloses Internet an. An Bahnhöfen können sich Fahrgäste häufig nur in andere kostenpflichtige Netze einloggen. Der Aufbau einheitlicher Netzzugänge der Bahn soll noch 2020 starten. Das Projekt ist Teil einer Reihe von großen Digitalisierungsvorhaben, in die die Bahn in den kommenden vier Jahren rund zwei Milliarden Euro investieren will. Dazu gehört auch eine Digitalisierung der Steuerung des Bahnbetriebs.

Quelle: Heise, dpa


Whatsapp sperrt den Export einzelner Chatverläufe

Zumindest für Kunden aus Deutschland ist das seit dem jüngsten Update der Messenger-App nicht mehr möglich. Das könnte mit einer Patentklage zusammenhängen. Bisher konnten Nutzer von Whatsapp die Verläufe von Einzel- und Gruppenchats einzeln als zusammenfassende ZIP-Datei herunterladen, und als solche dann archivieren oder an andere Menschen weiterleiten. Diese Funktion ist in Deutschland nun gesperrt. Es können nur noch generelle Backups erstellt werden. Facebook als Mutterkonzern von Whatsapp gab hierzu bisher keine weiteren Erklärungen ab. Medienberichten zufolge könnten die Änderungen mit Urteilen des Landgerichts München vom Dezember 2019 zusammenhängen. Die Richter hatten entschieden, dass Facebook-Apps, darunter auch Whatsapp, Softwarepatente von Blackberry verletzen. Facebook hatte daraufhin Anpassungen angekündigt.

Quelle: Heise


Google verzichtet auf einen Steuerspar-Trick

Jahrelang profitierte Google beziehungsweise der Mutterkonzern Alphabet von einem Steuerschlupfloch. Das Unternehmen transferierte jährlich Lizenzzahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe aus Europa über Irland auf die Bermudas. Dort fielen darauf keine Einkommenssteuern an. Diese Praxis will der Konzern nach Angaben eines Unternehmenssprechers nun aber abstellen. Der Schritt kommt nicht ganz freiwillig. Irland hatte schon 2014 auf Druck anderer EU-Staaten beschlossen, die Steuer-Sondervereinbarungen, die Konzernen ein solches Vorgehen erst ermöglichten, Ende 2020 auslaufen zu lassen. Googles Steuervorteile wären demnach so oder so geendet.

Quelle: Heise


Für Tuvalu ist das Internet eine große Einnahmequelle

Rund ein Zwölftel des Nationaleinkommens des kleinen pazifischen Inselstaates beruht auf einem Lizenzvertrag mit dem US-Konzern Verisign. Tuvalu hat die Verwaltung seiner Top-Level-Domain ".tv" an Verisign abgegeben. ".tv" wird gerne von Streaming-Diensten wie Twitch als einfach zu merkende Endung der Internetadresse genutzt. Tuvalu bringt das pro Jahr derzeit rund fünf Millionen US-Dollar ein, berichtet die Washington Post. Der Jahresetat des Landes liegt bei 60 Millionen Dollar. 2021 läuft der Vertrag mit Verisign aus. Angesichts der wachsenden Bedeutung von ".tv" hofft Tuvalu in Zukunft noch weitaus bessere Konditionen aushandeln zu können. Die Einwohner von Tuvalu selbst können die unter ".tv" laufenden Streamingdienste bisher kaum nutzen. Das Internet dort beruht auf einer Satellitenverbindung mit geringer Kapazität. Nach Einschätzung der Weltbank ist Tuvalu eins der am schlechtesten angebundenen Länder der Welt. Es gibt aber Pläne, die Internetversorgung Tuvalus mit einem Seekabel drastisch zu verbessern.

Quelle: Golem


Jeder Zehnte will in 2020 digital enthalsamer sein

Ein neues Jahr geht für viele einher mit neuen Vorsätzen – auch was die Nutzung digitaler Medien betrifft. Laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitcom haben sich elf Prozent der Bundesbürger für 2020 vorgenommen, bewusst auf digitale Medien zu verzichten, zumindest zeitweise. Allerdings gaben auch 35 Prozent der Befragten an, kein Interesse an einem sogenannten Digital Detox zu haben. Besonders ausgeprägt ist diese Einstellung unter den Jüngeren. 45 Prozent der 16- bis 29-jährigen gaben an, immer online bleiben zu wollen. Bei den über 65-jährigen waren es nur 24 Prozent.

Quelle: Bitcom

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