Dienstag, 31.03.2020
 
Seit 13:00 Uhr Nachrichten
StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update18.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Seehofer gegen Huawei-Ausschluss +++ NSA findet Windows-Sicherheitslücke +++ EU könnte automatische Gesichtserkennung verbieten +++ PC Markt gewachsen +++ Trump streitet mit Apple +++ Google-Mutterkonzern mehr als eine Billion Dollar wert +++ Forscher schlagen Human Screenome Project vor

Von Piotr Heller

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
(Deutschlandradio)
Der Wochenrückblick aus der IT-Welt (Deutschlandradio)

Horst Seehofer hält einen schnellen 5G-Ausbau ohne Huawei für unmöglich

Der Bundesinnenminister sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass sich der Netzausbau um Jahre verschieben würde, wenn man chinesische Anbieter ausschließe. Er sei, "dagegen ein Produkt aus dem Markt zu nehmen, nur weil die Möglichkeit besteht, dass etwas passieren könnte", führte Seehofer aus.

Unter den Christdemokraten gibt es Bestrebungen, den chinesischen Netzwerkausrüster vom 5G-Ausbau auszuschließen. Es wird befürchtet, chinesische Geheimdienste könnten das Netz über Huawei Produkte aushorchen und sabotieren. Huawei ist einer der weltweit führenden Ausrüster von Mobilfunk-Netzen.

Quelle: dpa | FAZ


Der amerikanische Geheimdienst NSA hat eine Sicherheitslücke bei Windows gefunden

Der Geheimdienst hat Microsoft auf den Fehler hingewiesen. Der Konzern hat die Lücke mit einem am Dienstag veröffentlichten Update geschlossen. Es handelte sich um einen Fehler bei der Überprüfung von Signaturen. Er führte dazu, dass Windows unter Umständen gefälschte Vertrauenswürdigkeitszertifikate akzeptierte. Dadurch hätte es passieren können, dass sich Schadsoftware gegenüber dem Betriebssystem als legitimes Programm ausweisen kann.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI stufte die Schwachstelle als "kritisch" ein und riet Windows-Nutzern, das Update umgehend zu installieren. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die Schwachstelle ausgenutzt wurde. Laut der Deutschen Presseagentur gibt es bei den amerikanischen Geheimdiensten ein Abwägungsverfahren, in dem entschieden wird, ob man eine entdeckte Sicherheitslücke selbst ausnutze oder dem Hersteller melde.

Quelle: dpa


Die EU könnte automatische Gesichtserkennung im öffentlichen Raum verbieten

Das geht aus dem Entwurf eines Weißbuchs hervor, über das das US-Magazin Politico berichtet. Demnach könnte der Einsatz von Gesichtserkennung für bis zu fünf Jahre auszusetzt werden. Bis dahin würde man Schutzvorkehrungen entwickeln, um die Risiken der Technologie abzumildern.

Laut dem Bericht will Margrethe Vestager, die EU-Kommissarin für Wettbewerb, das Schreiben im Februar Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen präsentieren. Das vorgeschlagene Weißbuch sieht zudem eine Reihe von Regelungen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz vor.

Quelle: Politico


Der PC Markt ist seit fast einem Jahrzehnt erstmals wieder gewachsen

Das berichten Analysten der amerikanischen Marktforschungsfirma Gartner. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Verkäufe von Notebooks und Desktop-PCs um 0,6 Prozent auf 260 Millionen Stück gestiegen. Das letzte Mal habe der PC-Markt im Jahr 2011 eine Wachstumsphase erlebt, heißt es von den Marktforschern.

Als  Grund führen sie die am Dienstag ausgelaufene Unterstützung für das Betriebssystem Windows 7 an. Im Zuge des Umstiegs auf Windows 10  hätten viele Unternehmen neue Hardware angeschafft. Die Verkäufe an Verbraucher schwächelten unterdessen weiterhin.

Quelle: Gartner


US-Präsident Trump schaltet sich in den alten Verschlüsselungsstreit mit Apple ein

Trump kritisierte auf Twitter, dass der Konzern sich weigere, Behörden Zugang zu verschlüsselten Daten auf iPhones zu gewähren. Vor Trump hatte bereits Justizminister William Barr von Apple gefordert, beim Überwinden der iPhone-Verschlüsselung behilflich zu sein. Im konkreten Fall geht es um zwei Smartphones eines saudischen Offiziers, der im Dezember drei US-Soldaten in Florida getötet hatte.

Apple weigert sich kategorisch, Ermittlern eine Hintertür einzurichten, mit der sie den Passwort-Schutz eines gesperrten iPhones umgehen könnten. Derartiges würde die Sicherheit aller Nutzer verschlechtern und könnt von Kriminellen missbraucht werden.

2015 gab es einen ähnlichen Fall. Damals verklagte die US-Regierung Apple, weil der Konzern das iPhone eines erschossenen Terroristen nicht entsperren wollte. Das FBI schaffte es nach eigenen Angaben schließlich mit Hilfe eines Dienstleisters, an die Daten zu kommen. Die Klage wurde fallen gelassen.

Quelle: Donald Trump via Twitter | New York Times | dpa


Googles Mutterkonzern befindet sich jetzt auch im Eine-Billion-Dollar-Club

Die Aktie des Tech-Konzerns Alphabet verzeichnete am Donnerstag einen leichten Kursprung und erreichte einen Wert von knapp über 1450 Dollar. Das hob den Börsenwert des gesamten Konzerns auf über eine Billion. Zuvor war das den Unternehmen Apple, Microsoft und Amazon gelungen. Der Online-Versandhändler Amazon rutschte inzwischen aber wieder unter die Eine-Billion-Dollar-Marke.

Quelle: dpa


US-Forscher schlagen ein "Human Screenome Project" vor

Das Wort Screenome setzt sich aus Screen, also Bildschirm, und der Erdung von Genom, also Erbgut zusammen. Die Idee dahinter ist eine Art umfassende Datensammlung zur digitalen Mediennutzung.

In einem Kommentar im Fachblatt Nature kritisieren die Wissenschaftler, dass die Mediennutzung derzeit vor allem über die Nutzungsdauer erforscht werde. Das sei aber nicht präzise genug, um bestimmte soziologische und psychologische Effekte von Phänomenen wie etwa den sozialen Medien zu erforschen.

Sie fordern daher, ein System der Totalüberwachung, das alle fünf Sekunden automatisch Screenshots der Geräte von Testpersonen anfertigt. Diese Datensammlungen müsste man dann mit speziellen Algorithmen durchforsten, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Bisher sei es den Wissenschaftlern in diesem Vorhaben gelungen, über 30 Millionen Screenshots von 600 Freiwilligen zu sammeln.

Quelle: Nature | spektrum.de 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk