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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update25.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Hacker haben die Stadt Potsdam angegriffen +++ Daten von Millionen Buchbinder-Kunden standen offen im Netz +++ Brasilien klagt Enthüllungsjournalisten wegen Cyberkriminalität an +++ Vodafone will doch nicht Facebooks geplante Digitalwährung nutzen +++ Kundendaten von Microsoft waren nicht geschützt +++ Apple will nicht beim europäischen Stecker-Standard mitmachen +++ Das FBI hat das iPhone 11 geknackt

Von Michael Stang

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Forschung aktuell: Computer und Kommunikation - Die Meldungen (Deutschlandradio)
Wochenrückblick aus der IT-Welt - das Info-Update bei „Computer und Kommunikation“ (Deutschlandradio)

Hacker haben die Stadt Potsdam angegriffen

Nachdem Anfang der Woche in zentralen Netzzugängen der Landeshauptstadt Potsdam zahlreiche Ungereimtheiten festgestellt wurden, haben IT-Experten die Internetverbindung der Verwaltung abgeschaltet. Nach Angaben des Oberbürgermeisters Mike Schubert geht die Stadt von einer illegalen Cyberattacke aus, daher wurden die Systeme aus Sicherheitsgründen offline gestellt. Bis auf weiteres sei mit den Behörden ein Kontakt nur telefonisch möglich, hieß es. Die Landeshauptstadt hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und die für IT-Sicherheit und Datenschutz verantwortlichen Landesstellen informiert.

Quelle: Stadt Potsdam | Golem


Daten von Millionen Buchbinder-Kunden standen offen im Netz

Bei der Regensburger Autovermietung Buchbinder hat es ein schweres Datenleck gegeben. Wie Die Zeit und das Computermagazin c't berichten, sei über den offenen Port 445 der Zugriff auf einen ungeschützten Backup-Server möglich gewesen. Dadurch hätten persönliche Daten von drei Millionen Kunden wochenlang ungeschützt im Internet gestanden. Die beiden Medien wurden von dem IT-Sicherheitsexperten Matthias Nehls auf die Lücke aufmerksam gemacht. Dessen Firma Deutsche Gesellschaft für Cybersicherheit war bei Routine-Scans auf den offenen Server gestoßen. Nehls habe sich zweimal an Buchbinder gewandt, jedoch keine Antwort erhalten. Daraufhin habe er die Medien und den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten in Bayern informiert. Die Autovermietung soll die Lücke nach Hinweisen der Medien inzwischen geschlossen haben.

Quelle: c’t | Golem


Brasilien klagt Enthüllungsjournalisten wegen Cyberkriminalität an

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brasília hat gegen den in Brasilien lebenden amerikanischen Journalisten Glenn Greenwald und sechs weitere Personen Anklage erhoben. Greenwald wird vorgeworfen, Personen "direkt geholfen, ermutigt und angeleitet" zu haben, die Handys von hochrangigen Beamten zu hacken. Zu den Zielen des Angriffs sollen Justizminister Sergio Moro und Staatsanwalt Deltan Dallagnol gehört haben. Die von Greenwald mitgegründete Enthüllungsplattform The Intercept veröffentlichte private Chat-Nachrichten der Beamten. Greenwald wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Es handle sich um "einen offensichtlichen Versuch, die freie Presse als Vergeltung für die Enthüllungen, die wir über Minister Moro und die Regierung Bolsonaro gebracht haben, anzugreifen", teilte er via Twitter mit.

Quelle: Twitter | Agenturen


Vodafone will doch nicht Facebooks geplante Digitalwährung nutzen

Der Telekommunikationskonzern hat diese Woche bekannt gegeben, aus Facebooks Digitalwährungsprojekt Libra auszusteigen. Vodafone will sich stattdessen auf das Geldüberweisungssystem M-Pesa konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. Die Libra-Assoziation, die die geplante Digitalwährung verwalten sollte, war im Oktober 2019 gegründet worden. Zu Beginn waren 28 Unternehmen dabei, zum eigentlichen Start von Libra sollten es mehr als 100 werden. Mittlerweile haben jedoch zahlreiche globale Finanzdienstleister wie Mastercard, Visa und Paypal sowie die Handelsplattform Ebay und die Online-Reisefirma Booking Holdings das Projekt verlassen.

Quelle: Agenturen


Kundendaten von Microsoft waren nicht geschützt

Sicherheitsforscher von Comparitech sind auf fünf unsicher konfigurierte Microsoft-Server gestoßen, von denen jeder 250 Millionen Einträge von Kundendaten bereitstellte. Microsoft zufolge waren die Daten im Zeitraum vom 5. bis zum 31. Dezember 2019 direkt über einen Webbrowser öffentlich abrufbar. Die betroffenen Kundendaten sollen bis ins Jahr 2005 zurückgehen. Nach einer Benachrichtigung soll der Konzern innerhalb von 24 Stunden reagiert und sich um das Datenleck gekümmert haben, schreiben die Sicherheitsforscher in ihrem Blog. Unklar ist, ob Unbefugte auf die Kundendaten zugegriffen haben.

Quelle: Comparitech |heise


Apple will nicht beim europäischen Stecker-Standard mitmachen

Apple lehnt eine Verpflichtung der Europäischen Union zur Einführung einheitlicher Ladeteile für Mobilgeräte ab. Dies sei innovationsfeindlich und schade der Wirtschaft sowie der Umwelt, teilte der Konzern mit. Das Vorgehen würde mehrere hundert Millionen Geräte und Accessoires beeinträchtigen, die mit einer so genannten Lightningschnittstelle ausgerüstet seien. Apple zufolge ist eine Regulierung zudem aus praktischem Grund unnötig. Schließlich gebe es Netzteile von Apple, die USB-C-kompatibel seien. Einer möglichen Regulierung durch die EU könnte Apple auch entgehen, wenn das Laden ausschließlich kabellos erfolgte.

Quelle: EU | Golem | Studie


Das FBI hat das iPhone 11 geknackt

Mit Hilfe forensischer Software hat die US-Bundespolizei eigenen Angaben zufolge auch Apple-Geräte der aktuellen Generation ohne eine extra eingebaute Hintertür geknackt. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die ein Verfahren wegen unzulässiger Wahlkampffinanzierung betreffen. Der Angeklagte habe sich demnach geweigert, das Passwort für seine Geräte bereitzustellen. Dennoch gelang es dem FBI innerhalb von zwei Monaten, das iPhone 11 des Angeklagten freizuschalten. Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass mit Hilfe der forensischen Software Cellebrite die Textnachrichten des Gerätes ausgelesen worden seien.

Quelle: U.S. Department of Justice | Golem

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