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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update01.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

EU-Kommission will einen europäischen Binnenmarkt für Daten +++ Avast hat im großen Stil Browserdaten seiner Nutzer verkauft +++ Bei Prepaid-Telefonkarten gibt es kein Recht auf Anonymität +++ Apple muss in einem Patentstreit 838 Millionen Dollar zahlen +++ Windows knackt die Milliardengrenze

Von Lucian Haas

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(Deutschlandradio)
Der Wochenrückblick aus der IT-Welt (Deutschlandradio)

Die EU-Kommission will einen europäischen Binnenmarkt für Daten schaffen

Die Pläne der EU-Kommission zielen darauf, die Dominanz US-amerikanischer IT-Größen wie Facebook, Google und Amazon im Geschäft mit dem Speichern und Auswerten riesiger Datenmengen zu brechen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, die nach eigenen Angaben vorab Einblick in die Pläne erhalten hat. Laut dem Bericht will die EU-Kommission ihren Vorschlag Mitte Februar präsentieren. Im Binnenmarkt für Daten sollen große, in der EU generierte Datensätze in standardisierten Formaten europaweit über Ländergrenzen hinweg ausgetauscht werden können, um darauf verschiedene Geschäftsmodelle aufzubauen. Die Daten würden dabei nicht nur aus kommerziellen Bereichen stammen. Auch die öffentlichen Verwaltungen sollen verstärkt auf Open-Data setzen, etwa mit Statistiken, Umwelt-, Geo- und Wetterdaten, die dann kostenlos zur Verfügung stehen.

Quelle: Reuters


Der Antivirus-Anbieter Avast hat im großen Stil Browserdaten seiner Nutzer verkauft

Avast zählt zu den führenden Antivirenprogrammen weltweit, unter anderem, weil die Antivirensoftware auch kostenlos zu haben ist. Allerdings bezahlten Nutzer die Dienste offenbar in einer anderen Währung: Laut Medienberichten verkaufte Jumpshot, ein Tochterunternehmen von Avast, über Jahre hinweg komplette Browser-Verlaufsdaten der Nutzer an Drittunternehmen, darunter Google, IBM und Microsoft. Direkt personenbezogene Daten sollen zwar nicht enthalten sein, aber unter anderem Standortdaten. Damit könnte die Datenbasis ausreichen, um Nutzer identifizierbar zu machen. Ondrej Vlcek, der Geschäftsführer von Avast, bezeichnete diese Praxis als konform mit der Datenschutzgrundverordnung. In einem offenen Brief entschuldigte er sich aber für das Vorgehen. Er kündigte an, das Geschäft mit den Daten sofort zu beenden und in dem Zug auch Jumpshot komplett zu schließen.

Quelle: Heise


Bei Prepaid-Telefonkarten gibt es kein Recht auf Anonymität

Das geht aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hervor. Dieser hat jüngst entschieden, dass die seit 2004 in Deutschland bestehende Registrierungspflicht beim Kauf von Prepaid-SIM-Karten nicht gegen die europäische Grundrechtecharta verstößt. Geklagt hatten die Brüder Patrick und Jonas Breyer, und zwar schon im Jahr 2012. Patrick Breyer ist Jurist und Europa-Abgeordneter der Piratenpartei. Sechs der sieben Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sahen die im Telekommunikationsgesetz vorgeschriebene Datenerfassung in Form von Name, Adresse und Geburtsdatum im Rahmen des gesetzgeberischen Spielraumes. Seit 2016 muss bei der Registrierung von Prepaid-SIM-Karten auch zusätzlich ein Identifikationsdokument vorgelegt werden. Gegen diese Ausweispflicht hat Patrick Breyer 2017 Verfassungsbeschwerde eingereicht. Das Urteil dazu steht noch aus. In einigen anderen EU-Ländern wie beispielsweise Dänemark und den Niederlanden können Prepaidkarten noch immer anonym genutzt werden.

Quelle: Golem


Apple muss in einem Patentstreit 838 Millionen Dollar zahlen

Das hat ein Gericht in Kalifornien entschieden. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der iPhone-Hersteller durch die Verwendung von Chips des Herstellers Broadcom mehrere Patente des California Institute of Technology, kurz: Caltech, verletzt habe. Broadcom selbst muss zusätzlich 270 Millionen US-Dollar zahlen. Allerdings wollen sowohl Apple als auch Broadcom gegen das Urteil in Berufung gehen. Bei Patentverfahren in den USA werden die von einer Geschworenen-Jury festgesetzten Strafzahlungen oft nachträglich deutlich reduziert oder sogar ganz gekippt. Caltech hatte Apple und Broadcom bereits 2016 verklagt. Es geht um Verletzungen von Patenten auf WLAN-Technologien, die in einer breiten Palette von Apple-Geräten zum Einsatz kommen.

Quelle: Agenturen


Die Vereinten Nationen wurden 2019 von Hackern angegriffen

Betroffen waren Dutzende Server von drei UN-Büros in Genf und Wien. Allerdings machten die UN den Vorfall nicht von sich aus publik. Bekannt wurde er erst jetzt durch Recherchen der News-Plattform The New Humanitarian (kurz: TNH), die auf Berichterstattung rund um die UN spezialisiert ist. Laut Angaben eines UN-Sprechers konnten bislang keine konkreten Angreifer ermittelt werden. Auch der Umfang der erbeuteten Daten ist offiziell unbekannt. Laut den Recherchen von TNH sollen die Hacker Zugriff auf 33 Server gehabt und dort rund 400 Gigabyte an Daten heruntergeladen haben – darunter auch Listen mit Benutzeraccounts und persönlichen Informationen von UN-Mitarbeitern.

Quelle: The New Humanitarian


Windows knackt die Milliardengrenze

Und zwar bei der Zahl der Installationen des Betriebssystems Windows 10. Als Microsoft Windows 10 Mitte 2015 auf den Markt brachte, hatte das Unternehmen noch das Ziel ausgegeben, bereits nach zwei bis drei Jahren weltweit eine Milliarde Installationen zu erreichen.  Doch dieser Plan erwies sich als zu ehrgeizig. Es dauerte rund doppelt so lang. Erst das kürzlich erfolgte Support-Ende für Windows 7 gab Windows 10 nochmals einen kräftigen Schub. Im September 2019 hatte eine offizielle Statistik von Microsoft erst 900 Millionen Windows-10 Installationen aufgeführt. Die Zahl von einer Milliarde Installationen wurde jetzt erstmals auf der italienischen Website von Microsoft genannt.

Quelle: Winfuture

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