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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update29.02.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

In der WLAN-Verschlüsselung klafft eine große Sicherheitslücke +++ Huawei baut eine Fabrik in Frankreich +++ Covid-19 führt zu etlichen Konferenz-Absagen +++ Rechenzentren werden immer effizienter +++ Das Pentagon setzt auf ethische Leitlinien für intelligente Waffen +++ Google Earth läuft jetzt in verschiedenen Web-Browsern

Von Lucian Haas

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(Deutschlandradio)
Wochenrückblick aus der IT-Welt - das Info-Update bei „Computer und Kommunikation“ (Deutschlandradio)

In der WLAN-Verschlüsselung klafft eine große Sicherheitslücke

Sicherheitsforscher haben in WLAN-Chips verschiedener Hersteller eine gravierende Sicherheitslücke entdeckt. Sie gaben ihr den Namen Kr00k. Hackern könnte es darüber gelingen, Teile eines nach dem Standard WPA2 verschlüsselten Datenverkehrs zu entschlüsseln und mitzulesen, ohne das zugehörige WPA2-Passwort zu kennen. Durch Kr00k könnten nach Schätzungen Milliarden Geräte weltweit gefährdet sein. Betroffen sind unter anderem Smartphones mit bestimmten WLAN-Chips der Hersteller Broadcom und Cypress, aber auch Router. Der Fehler kann durch Software-Updates behoben werden. Die Chip-Produzenten haben bereits Patches veröffentlicht. Allen Besitzern von Computern und Smartphones wird empfohlen, ihre Geräte zu aktualisieren. Da die Durchführung eines Kr00k-Angriffs als recht aufwändig gilt, stuften manche Experten den Schweregrad der Schwachstelle als "niedrig" ein, auch wenn es sich um eine ernste Sicherheitslücke handle.

Quelle: Heise, Agenturen


Huawei baut eine Fabrik in Frankreich

Das hat der chinesische Konzern in Paris bekannt gegeben. In dem Werk soll Netztechnik des 5G-Mobilfunkstandards für den europäischen Markt hergestellt werden. Es wäre die erste eigene Fabrik von Huawei außerhalb Chinas. Zu der neuen Produktionsstätte wird ein Ausstellungszentrum gehören. Darin sollen die Herstellung von Basisstationen, das Aufspielen von Software sowie Prüfprozesse gezeigt werden. Auf diese Weise will Huawei Transparenz gegenüber Netzbetreibern, Behörden und Industrieverbänden herstellen. Dahinter steht offenbar der Versuch, mit der Produktion in Europa Sicherheitsbedenken der Politik an Huawei als Ausrüster für den Aufbau von 5G-Netzen auszuräumen. In die Fabrik will Huawei mindestens 200 Millionen Euro investieren. 500 Beschäftigte  sollen dort jährlich Ausrüstung im Wert von rund einer Milliarde Euro fertigen.

Quelle: Golem / Heise


Covid-19 führt zu etlichen Konferenz-Absagen

Nachdem schon der Mobile World Congress im Februar wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sicherheitshalber abgeblasen wurde, stehen mittlerweile immer mehr große Konferenzen der IT-Branche auf der Kippe. Facebook hat seine jährliche Entwicklerkonferenz F8, die im Mai stattfinden sollte, vorsorglich abgesagt. Gleiches gilt für die Hosting-Konferenz Cloudfest, die für Mitte März im Europapark Rust angesetzt war. Die Games Developer Conference, die am 16. März beginnen sollte, wird nach Angaben der Veranstalter in den Sommer verschoben. Ein genaues Datum dafür steht noch nicht fest.

Quelle: Winfuture, Golem


Rechenzentren werden immer effizienter

Die Rechenleistung von großen Rechenzentren ist zwischen 2010 und 2018 um 550 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist allerdings der Energiebedarf der Einrichtungen lediglich um sechs Prozent gewachsen. Die Rechenzentren sind also deutlich effizienter geworden. Das berichtet eine Forschergruppe aus den USA im Wissenschaftsmagazin Science. Den Daten aus der Studie nach machen Serverfarmen heute weltweit circa ein Prozent des Energiebedarfes aus. Anteilig ist das genauso viel wie vor zehn Jahren. Am effizientesten sind sogenannte Hyperscale-Rechenzentren von großen Anbietern des Cloud-Computings. Dort ist besonders viel Rechenleistung gebündelt. Die Effizienssteigerung beruht primär auf verbesserten Chips. Zudem helfen Systeme mit künstlicher Intelligenz, den Energieverbrauch zu senken – etwa mit einer bedarfsgerechten Kühlung der Server.

Quelle: Science


Das Pentagon setzt auf ethische Leitlinien für intelligente Waffen

In den USA sollen für Waffensysteme, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, künftig fünf Ethikregeln gelten. Das hat das US-Verteidigungsministerium verkündet. Zuvor hatte das Pentagon 15 Monate lang mit KI-Experten aus Industrie, Verwaltung und Wissenschaft darüber beraten. Eine der Regeln besagt, dass Waffensysteme mit KI-Fähigkeiten so designt werden sollen, dass sie jederzeit außer Gefecht gesetzt werden können – wenn sie ein unbeabsichtigtes Verhalten zeigen. Eine weitere Regel verpflichtet das Pentagon dazu, mit bewussten Schritten darauf hinzuwirken, die Ausbildung ungewollter Vorurteile von KI-Systemen zu minimieren.

Quelle: Heise, US-Verteidigungsministerium


Google Earth läuft jetzt in verschiedenen Web-Browsern

Jahrelang konnte die Web-Version der 3D-Geo-Software Google Earth ausschließlich mit dem Chrome-Browser dargestellt werden. Das hat sich jetzt geändert. Google hat die Anwendung neu programmiert, so dass sie auch mit den Browsern Mozilla Firefox, Microsoft Edge und Opera kompatibel ist. Der Code beruht nun auf dem offenen Standard WebAssembly, mit dem sich virtuelle Maschinen im Browser steuern lassen. In Zukunft soll Google Earth auch noch mit weiteren Browsern kompatibel werden, darunter Safari von Apple. Ein genaues Datum für die Unterstützung von Safari ist derzeit aber noch nicht bekannt.

Quelle: Heise

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