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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update11.04.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Apple und Google tun sich beim Corona-Tracking zusammen +++ Außenministerium verbietet seinen Mitarbeitern Zoom +++ 800 Gigabit Ethernet +++ Funktürme im Vereinigten Königreich zerstört +++ Disney+ mit guten Start +++ Googles Sprachsoftware soll Menschen in Europa anrufen +++ Drogenhandel verlagert sich ins Darknet

Von Piotr Heller

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Apple und Google tun sich beim Corona-Tracking zusammen

Die beiden Konzerne arbeiten an einer gemeinsamen Technologie, dank der Handy-Nutzer einen Hinweis erhalten, wenn sie sich in der Nähe eines Corona-Infizierten aufgehalten haben. Die Zusammenarbeit sei nötig, um technische Unterschiede zwischen den Betriebssystemen iOS und Android zu berücksichtigen, heißt es von den Unternehmen.

Das Konzept sieht vor, dass Smartphones über Bluetooth Identifikationsnummern mit Smartphones in ihrer Nähe austauschen. Die Daten werden lokal gespeichert. Wenn jemand positiv auf das Virus getestet wird, kann er automatisch die Personen warnen lassen, die sich laut dem System in seiner Umgebung aufgehalten hatten.
Damit ähnelt das Konzept der europäischen Initiative PEPP-PT.

Google und Apple wollen Mitte Mai eine Programmierschnittstelle veröffentlichen, die die Zusammenarbeit ihrer beiden Betriebssysteme ermöglicht.

Quelle: dpa | REUTERS

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Das Bundesaußenministerium verbietet seinen Mitarbeitern, die Videokonferenz-Software Zoom zu nutzen

Konkret geht es um die Nutzung der Zoom-App auf mobilen Geräten. Ministeriums-Mitarbeiter sollten darüber keine vertraulichen Gespräche führen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf zwei Quellen im Ministerium. Grund für das Verbot seien Schwächen bei der Verschlüsselung.

Der Videokonferenz-Dienst hat in der Corona-Krise eine große Verbreitung gefunden. Die täglichen Nutzerzahlen haben sich seit Jahresbeginn verzwanzigfacht und belaufen sich auf über 200 Millionen. Es häuften sich aber auch Berichte über Sicherheitslücken und einen laxen Umgang mit der Privatsphäre der Nutzer.

Diese Woche hat auch Google die Software von den Dienstlaptops seiner Mitarbeiter verbannt. Der US-Senat soll seinen Mitgliedern Medienberichten zufolge ebenfalls die Nutzung von Zoom verboten haben.
 
Quelle: Buzzfeed  | Reuters  | Ars Technica


Es gibt jetzt einen Standard für 800 Gigabit Ethernet

Das Ethernet Technology Consortium hat die Spezifikationen dafür veröffentlich. Mit dem neuen Standard können Daten per Ethernet-Technik mit  800 Gigabit pro Sekunde übertragen werden. Bisher waren nur 400 Gigabit standardisiert.

Die dafür nötige Hardware ist noch nicht spezifiziert. Man solle hier auf zwei physische 400-Gigabit Verbindungen setzen, teilt das Industriekonsortium mit.
Derartige Übertragungsraten sind vor allem für Rechenzentren gedacht.

Bei Desktop-PCs und Notebooks, die etwa per Ethernet an das Heimnetzwerk angeschlossen werden, sind Ein beziehungsweise 2,5 Gigabit pro Sekunde verbreitet.
 
Quelle: heise.de | Ethernet Technology Consortium


Im Vereinigten Königreich zerstören Menschen Funktürme 

Im letzten Monat sind in dem Land mindestens 30 Funktürme niedergebrannt oder auf andere Art beschädigt worden. Das berichtet die New York Times und beruft sich auf Polizeiangaben. Zudem seien in etwa 80 Fällen Techniker von Telekommunikationsfirmen angegangen worden.

Hintergrund der Angriffe soll eine Verschwörungstheorie sein, die sich derzeit über das Internet verbreitet. Sie besagt, dass das im Aufbau befindliche 5G-Funknetz der Grund für die rasche Ausbreitung des neuen Coronavirus ist.

Quelle: New York Times 


Disneys Streaming-Dienst vermeldet einen guten Start

Das Disney+ genannte Angebot hat fünf Monate nach seinem US-Start 50 Millionen zahlende Kunden gefunden. Nachdem der Disney-Konzern diese Zahlen Mitte der Woche veröffentlich hatte, stieg seine Aktie nachbörslich um sieben Prozent. Im Verlauf der Woche pendelte der Kurs sich bei einem Plus von vier Prozent ein.

Konkurrent Netflix hat mit knapp 170 Millionen deutlich mehr Kunden, ist jedoch seit mehr als zehn Jahren im Streaming-Geschäft und in über 190 Ländern vertreten. Das Angebot von Disney richtet sich derzeit an ein gutes Dutzend Länder.
 
Quelle: dpa | Disney via Businesswire


Googles sprechende Software wird nun auch Menschen in Europa anrufen

Genauer gesagt im Vereinigten Königreich. Dort soll das Duplex genannte Programm zunächst nur dafür eingesetzt werden, um etwa automatisch Öffnungszeiten von Restaurants zu erfragen.

Die Sprachsoftware ist am Telefon kaum von einem echten Menschen zu unterschieden. In den USA kann sie für ihre Nutzer auch einen Tisch im Restaurant oder einen Termin beim Friseur reservieren.

Als Duplex vor knapp zwei Jahren vorgestellt wurde, entbrannte eine Debatte darüber, ob eine Software sich am Telefon als Mensch ausgeben sollte. Laut dem Konzern teilt das Programm am Anfang des Gesprächs mit, dass es sich um einen Anruf von Goolge handelt. Der Angerufene könne dann erwarten,  dass er mit einem automatischen System spricht. In Ausnahmefällen würden die Anrufe jedoch von einem menschlichen Mitarbeiter übernommen.

Quelle: dpa | Google über das System


Wegen der Corona-Kontaktverbote verlagert sich der Drogenhandel ins Darknet

Das geht aus einem internen Bericht des Bundeskriminalamts hervor, über den die FunkeMediengruppe berichtet. Ein Anhaltspunkt dafür sei, dass die Angebote für Rauschgift im Darknet im März verglichen mit dem Vormonat um 18 Prozent zugenommen hätten.

Außerdem würden die Drogen mit Preisnachlässen von bis zu 20 Prozent gehandelt.
Die Analyse stammt den Medienberichten zufolge vom 3. April und soll mögliche Auswirkungen von Covid-19 auf die Kriminalitätslage in Deutschland zusammenfassen. Das BKA wollte sich laut dpa nicht zu dem internen Berichten äußern.
 
Quelle: dpa


Auch in den USA sollen Drohnen helfen, das Kontaktverbot durchzusetzen

In mindestens zwei Städten in New Jersey und Florida haben die Polizeibehörden angekündigt, die Maschinen zu nutzen. Sie sollen automatisch durch die Gegend fliegen und Menschen über Lautsprecher dazu auffordern, keine Grüppchen zu bilden und sich an die Kontaktverbote zu halten.

Letzten Monat hatten französische Behörden ähnliche Kampagnen gestartet. Aus China ist dieses Vorgehen seit Januar bekannt.

Quelle: New York Magazine

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