Samstag, 04. Dezember 2021

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Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Der Klimawandel könnte auch die Tiefsee stärker beeinflussen +++ Zucker dient Nanopartikeln als Passierschein für die Nieren +++ Das Corona-Virus ist wohl schon bei schwachen Symptomen übertragbar +++ Die CO2-Bilanz der Stromproduktion in der EU hat sich deutlich verbessert +++ Beim Vogelbestand in Deutschland gibt es negative und positive Entwicklungen +++ Eine App schadet den US-Demokraten

Von Lucian Haas | 05.02.2020

Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell"
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Der Klimawandel könnte auch die Tiefsee stärker beeinflussen
Und da vor allem den Sauerstoffgehalt. Das hat ein Forscherteam aus den USA festgestellt, als es untersuchte, wie tiefe Wasserschichten in der Labradorsee zwischen Kanada und Grönland mit Sauerstoff angereichert werden. Messungen ergaben, dass dort rund zehn Mal größere Mengen an Sauerstoff in die Tiefsee gemischt werden als bisher bekannt. Allerdings geschieht das vor allem in einer eher kurzen Periode im Winter – wenn infolge starker Stürme eine tiefe Durchmischung der Gewässer stattfindet. In dieser Zeit ist das Wasser der Labradorsee an der Oberfläche kalt und schwer genug, um in die Tiefe zu sinken. Berechnungen der Forscher ergaben, dass sich im Zuge des Klimawandels der Sauerstofftransport in die Tiefsee deutlich abschwächen könnte. Welche Folgen das für die Öksysteme in den Tiefen der Meere hätte, ist bisher kaum absehbar. Die Studie ist im Fachmagazin Nature Geoscience erschienen.
Quelle: Nature Geoscience

Zucker dient Nanopartikeln als Passierschein für die Nieren
In der Krebsmedizin werden heute immer häufiger Nanopartikel eingesetzt, um damit Tumoren zu markieren und zu behandeln. Doch diese Nanopartikel schaffen zuweilen neue Probleme: Sie werden über die Nieren nicht ausgeschieden und können sich darin anreichern, was irreversible Nierenschäden hervorrufen kann. Forschende der Universität Freiburg haben nun eine mögliche Lösung gefunden. Wie sie im Fachjournal Biomaterials berichten, konstruierten sie Nanopartikel, an die kleine Zuckermoleküle gekoppelt sind in Form sogenannter Glykoproteine. Versuche zeigten, dass diese Partikel dann nicht mehr von den Nieren zurückgehalten werden. Zugleich blieben die gezuckerten Nano-Wirkstoffe aber gegen Krebstumoren aktiv. Auf die Idee mit dem Zucker kamen die Wissenschaftler durch Analysen bestimmter Viren. Diese sind größer als die typischen Nanopartikel, können Nieren aber dennoch gut passieren. Auf den Virushüllen hatten die Forscher ebenfalls Glykoproteine gefunden.
Quelle: Biomaterials

Das Corona-Virus ist wohl schon bei schwachen Symptomen übertragbar
Entsprechende Hinweise haben Untersuchungen an vier in München behandelten Patientinnen und Patienten mit Corona-Virus-Infektionen ergeben. Auch bei Betroffenen, die nur sehr milde Krankheitssymptome wie bei einer schwachen Erkältung zeigten, fanden sich infektiöse Corona-Viren im Nasen- und Rachenraum. Das gaben die Berliner Charité, die Münchner Klinik Schwabing und das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) in einer gemeinsamen Presse-Erklärung bekannt. Zuvor war es in einem Hochsicherheitslabor des IMB gelungen, aus Rachenabstrichen der Erkrankten Corona-Viren zu isolieren und in Zellkulturen zu vermehren. Derweil breitet sich das Virus vor allem in China weiter stark aus. Die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen stieg seit gestern um rund ein Sechstel auf über 24.000. In Japan und in Hongkong wurden zwei große Kreuzfahrtschiffe unter Quarantäne gestellt. Insgesamt mehr als 5000 Passagiere dürfen vorerst nicht von Bord.
Quelle: Agenturen

Die CO2-Bilanz der Stromproduktion in der EU hat sich deutlich verbessert
Um zwölf Prozent ist der Ausstoß von Klimagasen aus europäischen Kraftwerken im Jahr 2019 gesunken. Das geht aus einer Studie hervor, die das Berliner Institut Agora Energiewende gemeinsam mit dem britischen Think-Tank Sandbag vorgestellt hat. Demnach produzierten Stein- und Braunkohlekraftwerke im vergangenen Jahr fast ein Viertel weniger Strom. Als Hauptgrund nennt die Studie den Europäische Emissionshandel und den Anstieg des CO2-Preises auf rund 25 Euro pro Tonne. Der Ökostromanteil in der EU lag im vergangenen Jahr bei knapp 35 Prozent. Windräder und Solaranlagen lieferten erstmals mehr Strom als Kohlekraftwerke.
Quelle: Agora

Beim Vogelbestand in Deutschland gibt es negative und positive Entwicklungen
Während in Agrarlandschaften der Rückgang heimischer Vogelarten weiter anhält, zeichnen sich in Wäldern und Siedlungen Zuwächse ab. Das geht aus einer heute vom Bundesamt für Naturschutz vorgestellten Bestandsaufnahme hervor. Zwischen 2005 und 2016 stieg demnach die Zahl der Waldvögel um 1,5 Millionen, während in Siedlungen rund eine halbe Million Vögel dazukamen. Insgesamt bleibt die Bilanz aber negativ. Laut der Statistik ist der Bestand an Brutpaaren von 1992 bis 2016 um mehr als sieben Millionen Paare zurückgegangen. Das bedeutet: Heute leben rund acht Prozent weniger Brutvögel in Deutschland als noch vor 25 Jahren. Worauf die positive Entwicklung in Waldgebieten beruht, ist laut BfN noch wenig verstanden. Das Älterwerden der Wälder und eine naturnähere Forstwirtschaft könnten eine wichtige Rolle spielen. Im Siedlungsbereich profitieren einige Vogelarten wohl von der zunehmenden Begrünung.
Quelle: BfN

Eine App schadet den US-Demokraten
Bei der Kandidatenwahl der Demokraten am Montag im US-Bundesstaat Iowa wurde für die Stimmübermittelung erstmals eine spezielle App eingesetzt. Allerdings führte das zu massiven Problemen. Auf etwa der Hälfte der Telefone ließ sich die App nicht installieren. Zudem scheiterten viele Wahlleiter an der mehrstufigen Authentifizierung, andere konnten wegen überlasteten Netzen keine Daten übertragen. Die App war von einer frisch gegründeten Firma namens Shadow Inc. innerhalb von nur zwei Monaten programmiert, aber nicht breitflächig getestet worden. Im Bundesstaat Nevada, wo sich die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten am 22. Februar zur Vorwahl stellen, soll nach dem Debakel von Iowa wieder per Hand ausgezählt werden.
Quelle: Agenturen