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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 26.03.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die NASA hat den ersten Weltraum-Außeneinsatz nur mit Astronautinnen absagen müssen +++ Eine japanische Investigativ-Journalistin verliert vor Gericht +++ Seepocken verraten alte Wanderrouten +++ Die Duke University zahlt mehr als 110 Millionen US-Dollar Forschungsgelder zurück +++ Auch im hohen Alter entstehen im Gehirn neue Nervenzellen

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Die NASA hat den ersten Weltraum-Außeneinsatz nur mit Astronautinnen absagen müssen

Denn für den für Freitag geplanten Außeneinsatz an der Internationalen Weltraumstation ISS könne aktuell nur ein Oberteil eines Raumanzugs der Größe M bereitgestellt werden. Wie die US-Weltraumbehörde mitteilte, werde diesen die US-Astronautin Christina Koch tragen. Ihre Kollegin Anne McClain, die die gleiche Größe benötigt, wird von einem Kollegen ersetzt werden. McClain hatte vergangene Woche bei einem Außeneinsatz bemerkt, dass ihr die Größe M aktuell besser passt. In der Schwerelosigkeit verändere sich der menschliche Körper, so die NASA.

Quelle: NASA


Eine japanische Investigativ-Journalistin verliert vor Gericht

In Japan fielen die Quoten für die HPV-Impfung von über 70 auf nur ein Prozent. Ein wichtiger Grund war ein Fernsehauftritt von Dr. Shuichi Ikeda, der angeblich durch die HPV-Impfung versursachte Schäden im Gehirn von Mäusen präsentierte. 2016 deckte die Ärztin und Journalistin Riko Muranaka auf, dass die Studie, auf die sich auch viele HPV-Impfkritiker in Japan beziehen, an nur einer Maus durchgeführt wurde und somit keinerlei wissenschaftlichen Standards genügt. Das hielt der Arzt für Verleumdung. Er habe die Studie nur zitiert, nicht selbst gemacht. Dieser Auffassung schloss sich nun ein Gericht in Tokio an und verurteilte die Journalistin und ihre Zeitung wegen Verleumdung.Muranaka wird in Berufung gehen. Große Studien, auch aus Japan, belegen, die HPV-Impfung ist wirksam und sicher.

Quelle: Blog Muranaka 


Seepocken verraten alte Wanderrouten

Viele Wale legen bei ihren jährlichen Wanderungen durch die Weltmeere riesige Strecken zurück. Wie lange es dieses Verhalten schon gibt, wollten Biologen der Universität von Kalifornien in Berkeley herausfinden. Dazu haben sie nicht die Knochen fossiler Wale untersucht, sondern Seepocken, die einst an den Meeressäugern hafteten. In diesen versteinerten Krebstieren konnten die Wissenschaftler Isotopensignale untersuchen, die Hinweise darauf geben, wohin frühe Buckel- und Grauwale einst geschwommen sind. Demnach zeigten diese Wale schon vor mindestens 270.000 Jahren ein ähnliches Wanderverhalten wie heutige Artgenossen, notieren die Forscher im Fachblatt PNAS.

Quelle: PNAS


Die Duke University zahlt mehr als 110 Millionen US-Dollar Forschungsgelder zurück

Von 2006 bis 2013 hatten Wissenschaftler der Duke University in Durham, North Carolina mithilfe falscher Daten insgesamt rund 200 Millionen US-Dollar staatliche Forschungsmittel eingeworben. Die private Hochschule hatte 2017 zugegeben, dass manipulierte und erfundene Daten über Atemwegserkrankungen verwendet wurden, um Fördermittel unter anderem von der Umweltbehörde EPA und den Nationalen Gesundheitsinstituten NIH erhalten zu haben. Jetzt haben sich die Universität und die US-Regierung auf eine Zahlung von 112.5 Millionen US-Dollar geeinigt, um das Verfahren zu beenden.

Quelle: Duke University


Auch im hohen Alter entstehen im Gehirn neue Nervenzellen

Die Neurogenese beschreibt die Bildung von Nervenzellen aus bestimmten Stamm- oder Vorläuferzellen. Auch im Hippocampus von Erwachsenen bilden sich permanent neue Neuronen, selbst bei Neunzigjährigen. Das berichten Neuropathologen der Autonomen Universität in Madrid im Fachblatt NATURE Medicine. Allerdings ist diese Neubildung der Nervenzellen bei Alzheimer-Patienten deutlich reduziert. Bei ihrer Studie sahen die Forschenden, dass bei Betroffenen immer weniger Neuronen im Gehirn gebildet wurden, je weiter deren Erkrankung fortgeschritten war. Eine mangelhafte Erneuerung könnte einige der für Alzheimer typischen Erinnerungsdefizite erklären. Daher könnte eine Wiederherstellung der normalen Neurogenese-Geschwindigkeit einen Therapieansatz darstellen und dem Fortschreiten von Alzheimer entgegenwirken, hoffen die Forscher.

Quelle: NATURE Medicine

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