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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft27.03.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die USA wollen schneller zurück zum Mond +++ Die Ernährung der Europäer führt zu hohen CO2-Emissionen in den Tropen +++ In Europas Agrarlandschaften gibt es immer weniger insektenfressende Vögel +++ Indien schießt einen Satelliten vom Himmel +++ Im US-Bundesstaat New York herrscht ein Masern-Notstand +++ Forscher nehmen Exoplanet interferometrisch unter die Lupe

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft – Die Wissenschaftsmeldungen aus „Forschung aktuell“ (Deutschlandradio)

Die USA wollen schneller zurück zum Mond

Bis 2024 sollen wieder Amerikaner auf dem Erdtrabanten wandeln. Das hat US-Vizepräsident Mike Pence in einer öffentlichen Rede gefordert. Bislang hatte die Weltraumagentur NASA die nächste bemannte Mondlandung erst für 2028 angepeilt. Laut Pence befänden sich die USA im Weltraum wieder in einem Wettlauf, genau wie in den 1960er Jahren. Er verwies auf die wachsende Konkurrenz Chinas in der Raumfahrt. Vor kurzem erst landete ein chinesischer Roboter auf der Rückseite des Mondes. Der nächste Mann und vor allem auch die erste Frau auf dem Mond sollen nach dem Willen der US-Regierung wieder Astronauten aus den USA sein. Zuletzt waren im Jahr 1972 Astronauten auf dem Mond. Um das Ziel einer erneuten Mondlandung in der verkürzten Zeit zu erreichen, müsse die Nasa aber eine neue Mentalität entwickeln, schlanker und agiler werden, forderte Pence. Sonst könnten die USA für die nächste Mondmission auch auf private Raumfahrtunternehmen zurückgreifen.

Quelle: Agenturen


Die Ernährung der Europäer führt zu hohen CO2-Emissionen in den Tropen

Rund ein Sechstel aller Emissionen an Kohlendioxid, die mit der typischen Ernährungsweise eines Europäers zusammenhängen, gehen auf die Abholzung von tropischem Regenwald zurück. Das zeigen zwei Studien Schwedischer Forscher in den Fachmagazinen Environmental Research Letters und Global Environmental Change. Die Wissenschaftler untersuchten, welcher Anteil der Abholzung in den Tropen auf die Produktion von Nahrungsmitteln zurückgeht – und wo diese dann konsumiert werden. Da die EU-Länder viele Nahrungsmittel importieren, ergeben sich besonders hohe, anteilige Emissionswerte. In Lateinamerika hängt ein Großteil der CO2-Emissionen durch Abholzung mit der Produktion von Rindfleisch zusammen, vor allem in Brasilien. In Indonesien ist die Ausweitung der Ölpalm-Plantagen der treibende Faktor. Nach Ansicht der Forscher sollte die EU Maßnahmen ergreifen, um den Import von Nahrungsmitteln zu reduzieren, die mit dem Abholzen von Regenwald zusammenhängen.

Quellen: Environmental Research LettersGlobal Environmental Change


In Europas Agrarlandschaften gibt es immer weniger insektenfressende Vögel

Während der letzten 25 Jahre ist die Anzahl an Vögeln in der EU, die sich hauptsächlich von Insekten ernähren, um durchschnittlich 13 Prozent gesunken. Besonders stark ist dieser Einbruch der Populationszahlen in den Agrarlandschaften, während in anderen Lebensräumen nur vereinzelte Arten zurückgegangen sind. Das berichten Forscher des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums im Fachjournal Conservation Biology. Schon länger ist bekannt, dass in Europa die Insektenpopulationen schwinden. Die Wissenschaftler untersuchten nun erstmals, wie die Entwicklung der Nahrungsgrundlage und der Bestände von Vögeln zusammenhängen. Die Daten wiesen darauf hin, dass Insektenfresser in den Agrarlandschaften nicht mehr genug Futter finden, so die Forscher. Insektenfresser machen rund die Hälfte aller europäischen Vogelarten aus.

Quelle: Conservation Biology


Indien schießt einen Satelliten vom Himmel

Es war ein erfolgreicher Test für ein neues militärisches Abwehrsystem. Nach Angaben des indischen Premierministers Narendra Modi wurde dabei ein Satellit in der Erdumlaufbahn zerstört. Modi sagte in einer live übertragenen Fernsehansprache, Indien sei erst das vierte Land, das diese Fähigkeit erlangt habe – und damit eine Großmacht im All. Bisher hatten schon die USA, Russland – beziehungsweise die frühere Sowjetunion – und China Antisatellitenwaffen testweise eingesetzt. Indien verfolgt ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm. Im vergangenen Jahr hatte Modi angekündigt, Indien werde bis zum 75. Jahrestag seiner Unabhängigkeit im Jahr 2022 einen bemannten Flug ins All starten.

Quelle: Agenturen


Im US-Bundesstaat New York herrscht ein Masern-Notstand

Der Notstand gilt für den Bezirk Rockland County, in dem rund 300.000 Menschen leben. Mehr als 150 Fälle von Masern wurden in dem Landkreis seit Oktober 2018 registriert. Nun entschieden die Gesundheitsbehörden: Minderjährige, die nicht gegen die Infektionskrankheit geimpft sind, dürfen sich in den kommenden 30 Tagen nicht mehr an öffentlichen Orten aufhalten. Dazu zählen alle Bereiche, in denen mehr als zehn Personen zusammenkommen könnten – wie zum Beispiel öffentliche Busse oder Schulen. Durch diese Maßnahmen sollen Menschen geschützt werden, die aus medizinischen Gründen nicht gegen Masern geimpft werden dürfen, erklärte der Landrat Ed Day. Im Jahr 2000 waren die Masern im Staat New York noch für ausgerottet erklärt worden. Den aktuellen Ausbruch führen Experten auch auf den Widerstand von Impfgegnern zurück. Nach Angaben von Landrat Day sind im Rockland County 27 Prozent der Menschen im Alter zwischen einem Jahr und 18 Jahren nicht gegen Masern geimpft.

Quelle: Agenturen


Forscher nehmen Exoplanet interferometrisch unter die Lupe

Bei der Interferometrie wird das Licht mehrerer Teleskope zusammengeschaltet, um aus den entstehenden Lichtmustern besonders detailreiche Bilder zu generieren. Diese Methode haben Astronomen der Europäischen Südsternwarte ESO jetzt erstmals eingesetzt, um einen Exoplaneten zu untersuchen. Dabei kam das Instrument Gravity am Very Large Telescope am Paranal-Observatorium in Chile zum Einsatz. Mit dem Verfahren konnten die Forscher die Position des 2010 entdeckten Exoplaneten HR 8799e zehn Mal genauer bestimmen als bisher. Spektralanalysen zeigten zudem, dass der Exoplanet eine 880 Grad heiße Atmosphäre besitzt, die reich an Kohlenmonoxid ist. Darin wirbeln Wolken aus Eisen- und Silikat-Staub umher. Diese Ergebnisse sind im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics erschienen. Die Astronomen hoffen darauf, eines Tages mit interferometrischen Messungen auch Spuren von Leben in den Atmosphären anderer Exoplaneten nachweisen zu können.

Quelle: Astronomy & Astrophysics

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